EuroAirport: Deutsche Passagiere dürfen nicht in die Türkei fliegen

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Grafik: airportzentrale.de

Entspannung und einfach ein paar Tage abschalten. Das war das Ziel von airportzentrale.de – Leser Harald H.. Gemeinsam mit seiner Frau hatte er einen SunExpress-Flug vom EuroAirport in die Türkei gebucht. Geflogen ist er nicht. Obwohl der EuroAirport im Dreiländereck Basel, Mulhouse und Freiburg im Sprachgebrauch auch gerne als „Flughafen Basel“ bezeichnet wird, liegt er im Grenzgebiet auf französischem Boden. Und genau das wurde dem Passagier und vielen anderen in den letzten Wochen zum Verhängnis.

Laut französischer Verordnung dürfen EU-Bürger die EU nur mit triftigen Grund verlassen. Urlaub zählt da nicht zu. Laut Schilderung von Harald H. konnte er zusehen, wie Schweizer und Türken in den Flieger steigen, er aber von den Polizeibehörden beim Boarding abgewiesen wurde.

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Der Frust ist groß

Ärgerlich ist die Tatsache, dass SunExpress deutsche Passagiere im Vorfeld nicht konkret kontaktiert und informiert hat. Erst am Flughafen gab es die „böse Überraschung“. Dabei, so berichtete uns SunExpress-Kunde Harald, gab es im Vorfeld von der Airline sehr wohl  Emails mit Informationen zum Corona-Virus. Diese haben u.a. Informationen zur Corona-Testpflicht beinhaltet. Allerdings keinen Hinweis, dass deutsche Passagiere ab Basel/EuroAirport gar nicht fliegen dürfen.

Das verwundert. Denn der EuroAirport wird für deutsche Passagiere von SunExpress aktiv beworben. airportzentrale.de fragte bei der Airline nach. In einem Statement heißt es:

Die Türkei ist in Frankreich auf der roten Liste der Länder, für die strikte Ein- und Ausreisebeschränkungen gelten. Diese Beschränkungen sehen derzeit vor, dass Passagiere für Reisen zwischen Frankreich und der Türkei einen zwingenden Grund angeben müssen, welcher von den französischen Behörden geprüft wird. Der EuroAirport informiert auf seiner Website prominent in deutscher Sprache über diese Regelung. Als Fluggesellschaft informiert SunExpress alle Passagiere auf der Website und vor der Abreise möglichst umfassend über die geltenden Bestimmungen am Zielort Türkei. Für SunExpress ist das deutsche Umland des EuroAirport ein wichtiges Einzugsgebiet und wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die unseren deutschen Passagieren durch die Sondersituation am tri-nationalen Flughafen entstanden sind. Als serviceorientierte Fluggesellschaft erstatten wir unseren betroffenen Passagieren selbstverständlich über unser Customer Service Center den Ticketpreis.

Das heißt also. Laut SunExpress hätte sich Passagier Harald im Vorfeld selbst schlau machen müssen. Juristisch richtig, moralisch fraglich.

SunExpress-Passagier Harald konnte mit Verspätung dennoch seinen Türkei-Urlaub antreten. Statt ab EuroAirport buchte er kurzerhand auf Zürich um. Von dort konnte er mit SunExpress mit reichlich Verspätung in die Türkei fliegen.

Update: Auch den EuroAirport haben wir kontaktiert

Die Pressestelle des Airports bedauert die Situation. In einer Stellungnahme heißt es:

Die Mitarbeitenden am EuroAirport haben Verständnis für die Schwierigkeiten der Passagiere und bitten um Entschuldigung für diese negative Erfahrung.
Die COVID-Krise fordert die Regierungen, die Fluggesellschaften sowie die Flughäfen sehr. Als Flughafen setzen wir alles daran, die Reisen in diesen schwierigen Zeiten so angenehm wie möglich zu gestalten, dennoch sind trotz der Lockerungen in den nächsten Monaten mit Einschränkungen zu rechnen. Der EuroAirport bittet daher die Reisenden um Verständnis.

Auf unsere Frage, weshalb Passagiere aus Deutschland abgewiesen werden, aber nicht aus der Schweiz, heißt es:

Der Flughafen Basel-Mulhouse ist ein binationaler Flughafen. Gestützt auf die Vereinbarung von 1949 sind in Sachen Gesundheitsmaßnahmen die französischen Vorschriften massgebend. Nur für Passagiere mit Wohnsitz Schweiz sind Ausnahmen vorgesehen, die sich auf die schweizerischen Gesundheitsvorschriften anlehnen.
D.h. alle andere Passagiere, die nach Frankreich einreisen, egal welche Staatsangehörigkeit, müssen die nach französischer Regelung angeforderten Dokumente vorweisen.
Die Fluggesellschaften sind dafür verantwortlich, dass die Passagiere über die verschiedenen Regelungen informiert werden. Die oberste Verantwortung für die Kontrollen liegt bei den Behörden.

Zusammengefasst heißt das: SunExpress sieht die Passagiere in der Pflicht sich vorab am Flughafen zu informieren. Der Flughafen sieht die Airlines in der Pflicht die eigenen Passagiere zu informieren. Guten Flug!

-SP

Eine Antwort zu “EuroAirport: Deutsche Passagiere dürfen nicht in die Türkei fliegen”

  1. Alex sagt:

    Warum verkaufen dann überhaupt die Reiseveranstalter die Tickets.

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