Droht easyJet die Übernahme?

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Foto: Simon Pannock / airportzentrale.de

Wie lange fliegt easyJet noch? Diese Frage klingt vielleicht ein wenig zynisch, hat aber ihre Berechtigung. In Insider-Kreisen wird der Billigflieger zaghaft als Übernahmekandidat gehandelt.

Am Donnerstag gab es von easyJet Einblicke in die aktuelle wirtschaftliche Lage. Das Unternehmen erwartet einen Jahresverlust vor Steuern von etwa 815 bis 845 Mio. Pfund. Umgerechnet etwa 935 Mio. Euro. So etwas gab es in der Geschichte der Airline noch nicht. Bislang wurde jedes Jahr Gewinn gemacht.

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Wie derzeit alle Airlines kämpft man mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und versucht gegenzusteuern. Der Winterflugplan wurde auf ein Minimum reduziert. Nur etwa 25 Prozent des Vorjahresniveau wird erreicht. Jobs werden gestrichen. Bis zu 4500 Mitarbeiter sollen ihren Arbeitsplatz verlieren, hieß es von der Airline. Mehr als 1100 Mitarbeiter seien schon weg. In der Summe versucht sich der orange Billigflieger um rund ein Drittel zu verkleinern. Betroffen davon sind alle Standorte. Auch Deutschland.

Ein herber Schlag. Denn bislang flog easyJet gute Zahlen ein. War solide aufgestellt und hat schwarze Zahlen geschrieben. Und genau das könnte der Airline jetzt zum Verhängnis werden. Eine Fluglinie die bislang gesund war und nur durch Corona in tiefrote Zahlen rutschte. „Lecker“, schreien die Heuschrecken-Investoren.

Übernahme abwenden
Die Lösung lautet Geld. Entweder durch den Staat, Banken, Gläubiger oder halt Investoren.
easyJet hat von der britischen Regierung einen Kredit von 600 Mio. Pfund erhalten. Noch einmal etwa 600 Mio. Pfund brachte der Verkauf von Flugzeugen ein. Weitere 450 Mio. Pfund wurden bereits mit der Ausgabe neuer Aktien verdient. Doch das alles scheint nicht zu helfen. Der Aktienkurs ist weiter im freien Fall.

Übernahme an der Börse?
Die Anleger scheinen sich nach der Kapitalaufstockung wieder zu verabschieden. Am Freitag (09.10.2020) brach die Aktie um gut zwei Prozent ein und wurde zeitweise für 5,74 Euro in Frankfurt gehandelt. Wer jetzt im großen Stil übernehmen möchte, wird in Zukunft das Sagen haben.

-SP

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