Deutsche Flugsicherung DFS: Corona-Krise spürbar – 560 Mio. Euro Gebührenverlust

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Foto: Simon Pannock / airportzentrale.de

Die DFS Deutsche Flugsicherung blickt auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2020 zurück, Luftverkehrsaufkommen und Gebühreneinnahmen reduzierten sich um die Hälfte. Lotseneinsatz, Technik und Ausbildung muss die DFS als kritische Infrastruktur fortführen. Ein Effizienzprogramm wird Kosten senken. Beim Umwelt- und Klimaschutz verstärkt die DFS ihre Aktivitäten.

1,46 Millionen Flüge hat die DFS im vergangenen Jahr kontrolliert – so wenige wie noch nie und 56,2 Prozent weniger als noch 2019 (3,3 Millionen). Die Starts und Landungen an den 16 internationalen Verkehrsflughäfen reduzierten sich um 58,7 Prozent, einzig der Frachtverkehr zeigt sich in der Krise stabil (Leipzig minus 17,5 Prozent).

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Die Gebühreneinnahmen im Streckenbereich fielen um 55,3 Prozent auf 369,5 Millionen Euro (2019: 826,8 Mio. Euro), die Start- und Landegebühren um 57,3 Prozent auf 77,7 Millionen Euro (2019: 182,2 Mio. Euro). Insgesamt addiert sich der Gebührenverlust so auf rund 560 Millionen Euro gegenüber 2019.

Die DFS ist eine kritische Infrastruktur und benötigt 70 Prozent der Lotsen und 90 Prozent der Techniker für ihre Aufgabe – unabhängig vom Verkehrsaufkommen. „Flugzeuge können ruhen – wir müssen rund um die Uhr wach sein, auch bei wenig Verkehr“, sagt Arndt Schoenemann, seit April 2021 CEO der DFS.

Nach Prognosen der DFS bleibt der Verkehr 2021 zunächst auf niedrigem Niveau. Erst 2025 wird das Erreichen des Vorkrisenniveaus erwartet.

Die Inbetriebnahme des BER erfolgte ebenso in der Krise wie die Fortführung von „Remote Tower Control“ für den Flughafen Erfurt. Außerdem hat die DFS das niedrige Verkehrsaufkommen für die Entwicklung und Einführung umweltfreundlicher Verfahren genutzt, unter anderem ein Anflugkonzept mit stark erweitertem kontinuierlichem Sinkflug bereits aus der Reiseflughöhe. „Wir stehen vor allem für Sicherheit – aber auch das Umweltbewusstsein ist für uns längst eine Selbstverständlichkeit.“

In einem Effizienzprogramm untersucht die DFS derzeit alle Kernprozesse. „Dabei setzen wir auf Verschlankung, außerdem mehr Digitalisierung und Automation. Mit dem Flugverkehr wird es wieder aufwärts gehen. Dann brauchen wir eine starke, leistungsfähige DFS“ – so das Fazit des DFS-CEO bei der heutigen Jahrespressekonferenz in Langen.

Quelle: PM DFS

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