Im ersten Halbjahr 2026 werden auf Flügen von, nach und innerhalb Deutschlands insgesamt 122,7 Millionen Sitzplätze angeboten. Das entspricht einem Zuwachs von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2019 erreicht das Sitzplatzangebot lediglich 89 Prozent. Darauf weist der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in seiner aktuellen Vorschau für das Luftverkehrsangebot 1. Halbjahr 2026 hin.
Während sich der deutsche Markt nur verhalten entwickelt, wächst der Luftverkehr in den übrigen europäischen Ländern deutlich dynamischer. Dort liegt das Sitzplatzangebot im ersten Halbjahr 2026 bei 114 Prozent des Niveaus von 2019, was einem Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders stark entwickeln sich europäische Punkt-zu-Punkt-Airlines, deren Angebot bereits 138 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht.
Der innerdeutsche Luftverkehr stagniert gegenüber dem Vorjahreszeitraum und bleibt mit rund 50 Prozent des Angebots von 2019 deutlich eingeschränkt. Auch auf den europäischen Kurz- und Mittelstrecken zeigt sich eine gedämpfte Entwicklung. Insbesondere für den Wirtschaftsstandort Deutschland wichtige Städteverbindungen wachsen schwächer als touristisch geprägte Strecken oder gehen teilweise weiter zurück. Insgesamt steigt das Angebot auf diesen Strecken nur um drei Prozent und erreicht 94 Prozent des Niveaus von 2019.
Auf den Langstrecken hat sich das Wachstum ebenfalls spürbar verlangsamt. Gleichzeitig verzeichnet der Großteil der deutschen Verkehrsflughäfen nur noch geringe Angebotszuwächse. Vor allem mittelgroße Standorte liegen weiterhin deutlich unter ihren früheren Kapazitäten. Hier wirken sich insbesondere das fehlende Engagement europäischer Punkt-zu-Punkt-Airlines sowie der Wegfall vieler dezentraler innerdeutscher Verbindungen aus.
Einzelne Regionalflughäfen mit vergleichsweise niedrigeren Standortkosten entwickeln sich dagegen überdurchschnittlich. Sie erreichen sowohl im Vergleich zum Referenzjahr 2019 als auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum höhere Werte. An diesen Standorten setzen Punkt-zu-Punkt-Airlines in begrenztem Umfang zusätzliche Kapazitäten ein.
