Entscheidung der Welthandelsorganisation (WTO): Was Airbus und Boeing dazu sagen

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Logo Airbus Foto: Bildarchiv Airbus

Die heutige Entscheidung der Welthandelsorganisation (WTO) bestätigt, dass Boeing jahrzehntelang rechtswidrig massive staatliche Subventionen erhalten hat, die sich negativ auf die europäische Industrie ausgewirkt haben und weiterhin auswirken. Der endgültige WTO-Bericht soll in wenigen Wochen veröffentlicht werden. Es ist zu erwarten, dass er folgende Feststellungen enthält:

1. Boeing wäre ohne unrechtmäßige Subventionen nicht zur Einführung der 787 in der Lage gewesen.
2. Boeing hat mindestens fünf Milliarden US-Dollar als unrechtmäßige Staatsbeihilfen erhalten. Weitere Subventionen werden in späteren Stadien dieses Rechtsstreits betragsmäßig bestimmt.
3. Weitere mindestens zwei Milliarden US-Dollar einzelstaatlicher und kommunaler Subventionen, die Boeing in Zukunft erhalten soll, werden ebenfalls als rechtswidrig bezeichnet.
4. Die Wirkung der Subventionen geht aufgrund ihres besonders weitreichenden Charakters deutlich über den Nennwert der Beihilfen hinaus.
5. Die weitreichenden Subventionen haben den Wettbewerb in der Luftfahrtbranche stark verzerrt, und einen erheblichen, direkten Schaden bei der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie bewirkt.
6. Die Subventionen werden ihre schädliche Wirkung auch weiter entfalten und stellen so eine erhebliche Benachteiligung für Airbus dar.

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Die WTO stellt fest, dass verlorene Zuschüsse durch das Pentagon und die NASA unrechtmäßige Subventionen darstellen. Die WTO-Entscheidung wird daher grundlegende Änderungen der Finanzierungsmechanismen in den USA erforderlich machen. Darüber hinaus wird die WTO-Entscheidung bestätigen, dass der US-Bundesstaat Washington und die Stadt Everett ihre Subventionierung von Boeing einstellen müssen. Geschieht dies nicht, würden sich die betreffenden Beihilfen bis 2024 jährlich erhöhen.

Airbus geht davon aus, dass die WTO den wettbewerbsverzerrenden Effekt der Milliardensubventionen für Boeing als erheblich größer bewerten wird als denjenigen, der durch die rückzahlbaren Darlehen für Airbus entstanden ist. Airbus sieht infolge der dem Unternehmen entstandenen subventionsbedingten Umsatzausfälle einen Betrag von rund 45 Milliarden US-Dollar. In der Zusammenschau der beiden Fälle dürfte die WTO der weiteren Verwendung von Darlehen in Europa konkret grünes Licht erteilen, Boeing jedoch anweisen, seine unrechtmäßige Inanspruchnahme von Forschungs- und Entwicklungsmitteln der NASA, des US-Verteidigungsministeriums und der amerikanischen Steuerzahler einzustellen.

„Airbus begrüßt das ausgezeichnete Ergebnis, das die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten erreicht haben. Von heute an kann Boeing nicht mehr bestreiten, dass es von Anfang an von großzügigen, rechtswidrigen staatlichen Subventionen profitiert hat. Es ist Zeit, dass Boeing das Leugnen beendet“, sagte Rainer Ohler, Head of Public Affairs and Communications von Airbus. „Wir rechnen damit, dass sich das WTO-Verfahren noch einige Jahre hinziehen wird und eine Lösung – wie bei allen Handelskonflikten – nur auf dem Verhandlungsweg zu erreichen ist. Nachdem der falsche Mythos, dass Boeing keine Staatshilfen erhält, aus der Welt geschafft ist, hoffen wir, dass dies eine Basis für ausgewogene und produktive Verhandlungen in der Zukunft vorgibt.“

Quelle: Presseinformation Airbus

Boeing-building Foto: Bildarchiv Boeing

CHICAGO, Jan. 31, 2011 – Boeing (NYSE: BA) today released the following statement, responding to public reports that the WTO panel deciding European Union claims of U.S. government assistance to Boeing has issued a confidential final ruling rejecting the vast majority of Europe’s claims:

„Today’s reports confirm the interim news from last September that the WTO rejected almost all of Europe’s claims against the United States, including the vast majority of its R&D claims – except for some $2.6 billion. This represents a sweeping rejection of the EU’s claims.

„Nothing in today’s reports even begins to compare to the $20 billion in illegal subsidies that the WTO found last June that Airbus/EADS has received (comprised of $15 billion in launch aid, $2.2 billion in equity infusions, $1.7 billion in infrastructure, and roughly $1.5 billion in R&D support).

„The WTO’s decisions confirm that European launch aid stands alone as a massive illegal subsidy only available to Airbus, which has seriously harmed Boeing, distorted competition in the aerospace industry for decades, and resulted in the loss of tens of thousands of good-paying U.S. jobs.

„Today’s decision will not require any change in policy or practice, or other remedy that comes close to approaching the billions of dollars of launch aid that must be repaid by Airbus or restructured on proven commercial terms. As a result of the June WTO ruling, EU governments and Airbus/EADS must repay or restructure $4 billion in still outstanding illegal launch aid subsidies Airbus received to develop the A380. They must also remedy the adverse effects of the additional $16 billion in other illegal subsidies Airbus received.

„Under the WTO’s decisions, Airbus must now compete in the global marketplace without the massive illegal subsidies it has received since its inception and without which, the WTO held, Airbus would be ‚a much different, and we believe a much weaker‘ company than it is today. It will be required to finance airplanes the same way Boeing does – with its own money. Having recently announced it has more than $13 billion dollars of cash on hand, Airbus should have no problem with this new requirement.

„Today’s ruling underscores our confidence in the WTO processes and dispute-resolution procedures. We applaud the body for its work and continue to look to Airbus/EADS and the EU to recognize that in today’s global market, everyone must play by the rules and abide by WTO requirements. Playing by the rules, for Airbus/EADS, means withdrawing the still-outstanding A380 prohibited launch aid subsidy and financing the A350 on commercial terms. Airbus should confirm its intention to comply with the WTO’s decisions.“

Quelle: Presseinformation Boeing Deutschland

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