Im August 2026 nutzten 22,40 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen. Gegenüber dem Vormonat Juli stieg das Aufkommen saisonbedingt um rund 655.000 Passagiere. Im Vorjahresvergleich zeigt sich jedoch ein Rückgang: Das Passagieraufkommen lag -0,2 % unter August 2025 – und das mitten in der Sommerreisezeit. Gegenüber August 2019 fehlen noch -8,4% der Passagiere. Die Recovery-Rate liegt bei nur 91,6%. Die Zahlen hat der Flughafenverband ADV heute veröffentlicht.
Noch deutlicher zeigt sich die Schwäche auf der Angebotsseite: Die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen sinkt gegenüber August 2025 um -2,7% und setzt die negative Entwicklung seit Jahresbeginn fort. Ohne eine Ausweitung des Flugangebots sind auch dem weiteren Passagierwachstum enge Grenzen gesetzt.
Passagiere: 22,40 Millionen Passagiere nutzten im August die deutschen Flughäfen. Gegenüber August 2025 fiel das Lokalaufkommen um -0,2%. Im Vergleich zum August 2019 fehlen weiterhin -8,4% der Reisenden.
Cargo: Das Luftfrachtaufkommen erreichte 403.139 Tonnen. Gegenüber August 2025 entspricht dies einem Wachstum von +2,1%, gegenüber August 2019 von +9,6%.
Flugbewegungen: Mit 172.785 gewerblichen Starts und Landungen lag die Zahl der Flugbewegungen -2,7% unter dem Vorjahreswert. Gegenüber 2019 wurden lediglich 82,2% des damaligen Flugangebots erreicht.
Der August im Blick – Passagieraufkommen rückläufig
Das leichte Wachstum des Vormonats setzt sich im August nicht fort. Das Passagieraufkommen an den deutschen Flughäfen ging gegenüber dem Vorjahresmonat um -0,2% zurück. Eine negative August-Entwicklung gegenüber dem Vorjahr war zuletzt insbesondere in außergewöhnlichen Krisenjahren wie 2009 während der Finanzkrise und 2020 während der Corona-Pandemie zu beobachten.
Ein wesentlicher Faktor ist die erneut rückläufige Angebotsentwicklung. Gleichzeitig zeigt sich im Vorjahresvergleich ein ungewöhnliches Bild in den Marktsegmenten: Der strukturell weiterhin schwache innerdeutsche Verkehr wächst leicht, während der Europaverkehr stagniert und der Interkontinentalverkehr gegenüber dem Vorjahr zurückgeht.
Innerdeutsch: Im August nutzten 1,84 Millionen Passagiere den innerdeutschen Luftverkehr. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von +0,1%. Mit einer Recovery-Rate von lediglich 52,1% fehlt gegenüber August 2019 jedoch weiterhin nahezu die Hälfte des damaligen Passagieraufkommens.
Europa: Im Europaverkehr wurden 16,39 Millionen Passagiere gezählt. Gegenüber Juli stieg das Aufkommen um rund 645.000 Passagiere. Im Vergleich zu August 2025 stagnierte die Nachfrage (-0,1%). Die Recovery-Rate liegt bei 99,8%.
Interkontinental: Mit 4,13 Millionen Passagieren lag die Nachfrage deutlich über dem Vormonat (+246.032 Passagiere). Gegenüber August 2025 ging das Aufkommen aber um -1,0% zurück. Die Recovery-Rate erreichte 96,4%.
Das Jahr im Blick – Deutschlands Luftverkehr fällt weiter zurück
Von Januar bis August 2026 nutzten 141,83 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen. Das Passagieraufkommen liegt im bisherigen Jahresverlauf mit -0,4% unter dem Vorjahresniveau. Gegenüber 2019 fehlen sogar -14,9%. Die Recovery-Rate beträgt lediglich 85,1%.
Noch ausgeprägter ist die Schwäche beim Flugangebot: Die Zahl der gewerblichen Starts und Landungen lag von Januar bis August -3,7 % unter dem Vorjahreswert und erreichte lediglich 78,5% des Vorkrisenniveaus von 2019. Größeres Fluggerät, höhere Sitzplatzkapazitäten je Flug und eine verbesserte Auslastung können den Rückgang der Flugbewegungen teilweise kompensieren. Ein dauerhaft fehlendes Flugangebot lässt sich damit jedoch nicht vollständig auffangen.
Der Luftverkehrsstandort Deutschland bleibt damit unter erheblichem Druck. Geopolitische Unsicherheiten, hohe Standort- und Energiekosten, die schwache konjunkturelle Entwicklung, eine zurückhaltende Konsumnachfrage sowie angebotsseitige Einschränkungen belasten die Verkehrsentwicklung.
Verteilung der Marktsegmente im Jahresverlauf:
Innerdeutsch: 14,98 Millionen Passagiere flogen innerdeutsch. Das sind -2,1% weniger als im Vorjahr und lediglich 48,4% des innerdeutschen Aufkommens von Januar bis August 2019.
Europa: Im Europaverkehr wurden 99,72 Millionen Passagiere gezählt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies +0,7%. Im Vergleich zu 2019 liegt die Recovery-Rate bei 93,9%.
Interkontinental: Das Interkontaufkommen erreichte 26,94 Millionen Passagiere. Gegenüber dem Vorjahr ging die Nachfrage um -3,5% zurück. Die Recovery-Rate sank auf 92,9%.
Cargo-Aufkommen – Wachstum in der Luftfracht als Stabilitätsanker
Im August 2026 verzeichneten die deutschen Flughäfen ein Luftfrachtaufkommen von 403.139 Tonnen (an + ab). Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies +2,1%, gegenüber August 2019 sogar einem Zuwachs von +9,6%. Sowohl die Einladungen als auch die Ausladungen entwickelten sich positiv. Die Luftfracht bleibt im Jahr 2026 der stabilste Wachstumsbereich des deutschen Luftverkehrs.
Ausladungen: Die Ausladungen stiegen um +0,3% auf 194.672 Tonnen. Gegenüber 2019 sind das +10,2%.
Einladungen: Die Einladungen erreichten 208.467 Tonnen. Das entspricht einem Anstieg von +3,9% gegenüber 2025 und von +9,1% gegenüber 2019.
Januar bis August 2026: Das Luftfrachtaufkommen summierte sich auf insgesamt 3.224.256 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Wachstum von +3,2%, gegenüber 2019 von +4,8%. Im Jahresverlauf stiegen sowohl die Ausladungen (+3,5%) als auch die Einladungen (+2,9%).