Die Lufthansa Group hat im zweiten Quartal 2026 ihren Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro gesteigert. Im Vorjahr lag der Umsatz bei 10,3 Milliarden Euro. Das Adjusted EBIT sank dagegen von 870 Millionen Euro auf 383 Millionen Euro. Hauptursachen waren um rund 750 Millionen Euro gestiegene Treibstoffkosten sowie Belastungen von mindestens 150 Millionen Euro infolge von Streiks.
Die Adjusted EBIT-Marge verringerte sich von 8,4 auf 3,4 Prozent. Das Konzernergebnis sank von 1,0 Milliarden Euro auf 123 Millionen Euro. Der Adjusted Free Cashflow lag bei minus 365 Millionen Euro nach 138 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Netzwerk-Airlines mit höherer Auslastung
Die Netzwerk-Airlines reduzierten ihre Kapazität im zweiten Quartal um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gründe waren sechs Streiktage im April sowie die Optimierung des Kurzstreckenverkehrs einschließlich der Herausnahme des CityLine-Flugbetriebs. Die Auslastung stieg auf 81,6 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die Stückerlöse um 6,4 Prozent.
Die Treibstoffkosten der Netzwerk-Airlines lagen um mehr als 600 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Die Stückkosten ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen stiegen um 3,1 Prozent. Das Adjusted EBIT des Geschäftsfelds sank auf 137 Millionen Euro und lag damit 490 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Das Beteiligungsergebnis verringerte sich um 108 Millionen Euro, vor allem aufgrund negativer Währungseffekte bei ITA Airways.
Eurowings mit rückläufigem Ergebnis
Eurowings reduzierte das Angebot um sechs Prozent. Die Stückerlöse stiegen um 9,4 Prozent. Die Stückkosten ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen erhöhten sich um 10,9 Prozent. Das Beteiligungsergebnis des SunExpress-Joint-Ventures lag 29 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Das Adjusted EBIT des Geschäftsfelds Punkt-zu-Punkt-Airlines sank um 101 Millionen Euro auf minus 37 Millionen Euro. Allein die höheren Treibstoffkosten belasteten das Ergebnis mit zusätzlich 71 Millionen Euro.
Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo verbessern Ergebnis
Lufthansa Technik steigerte den Umsatz um elf Prozent auf 2,2 Milliarden Euro nach 2,0 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Erlöse mit externen Kunden nahmen um 23 Prozent zu. Das Adjusted EBIT stieg von 149 auf 157 Millionen Euro.
Lufthansa Cargo baute das Angebot um zwei Prozent aus. Die Durchschnittserlöse stiegen um 27 Prozent. Das Adjusted EBIT verbesserte sich von 73 auf 116 Millionen Euro.
Bilanz bleibt stabil
Der operative Cashflow sank im ersten Halbjahr um rund 600 Millionen Euro auf etwa 2,3 Milliarden Euro. Die Nettoinvestitionen beliefen sich auf 1,0 Milliarden Euro nach 1,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Adjusted Free Cashflow erreichte im ersten Halbjahr 1,0 Milliarden Euro und lag damit annähernd auf Vorjahresniveau.
Zum 30. Juni 2026 lag die Netto-Kreditverschuldung einschließlich Netto-Pensionsverpflichtungen bei 8,3 Milliarden Euro. Die verfügbare Liquidität betrug 10,7 Milliarden Euro und entsprach damit dem Stand zum Jahresende 2025.
Prognose angepasst
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die Lufthansa Group nun ein Adjusted EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Hintergrund sind die hohe Volatilität der Kerosinpreise sowie verkürzte Buchungszyklen im Passagiergeschäft. Die Kapazität soll im Gesamtjahr auf Vorjahresniveau liegen. Die Prognose für den Adjusted Free Cashflow bleibt bei rund 0,9 Milliarden Euro.
