Wie steht es um die Drohne? Jeder Vierte würde sich bereits heute in ein Flugtaxi setzen

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Foto: Simon Pannock

Jeder Zehnte in Deutschland hat schon einmal selbst eine Drohne gesteuert, jeder Vierte würde sich bereits heute in ein Flugtaxi setzen. Zugleich haben drei Viertel der Menschen in Deutschland Sorge, dass Drohnen missbräuchlich eingesetzt werden könnten. Dies sind einige Kernaussagen einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Verbands Unbemannte Luftfahrt durchgeführt hat.

Die Befragten befürworten eine Vielzahl an Drohnenanwendungen: Bei Hilfseinsätzen im Katastrophenfall (87 %), bei der Inspektion technischer Anlagen (80 %) und in der Landwirtschaft (68 %) ist die Zustimmung für eine Drohnennutzung beispielsweise besonders hoch. Unterstützt wird auch der polizeiliche Einsatz von Drohnen zur Beobachtung der Sicherheit im öffentlichen Raum (60 %). Eine Pizzalieferung per Drohne lehnen hingegen 61 Prozent der Befragten ab, und 64 Prozent sind gegen Drohnen, die nur als Spielzeug genutzt werden.

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Obwohl unbemannte Luftfahrtsysteme immer mehr Lebensbereiche erobern, sehen die Menschen Risiken. 83 Prozent der Bürger halten die Störung ihrer Privatsphäre für wahrscheinlich, drei Viertel fürchten terroristische Anschläge oder Unfälle durch Kollisionen und Abstürze. Das erklärt den Ruf nach stärkerer Regulierung: Neun von zehn Befragten fordern, dass Drohnennutzer schon beim Kauf über ihre Pflichten aufgeklärt werden sollten. Fast ebenso viele sprechen sich für die Registrierungspflicht für Gerät und Nutzer (87 %) aus.

Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des BDLI: „Unbemannt fliegende Systeme spielen zunehmend eine signifikante Rolle in unserer Industrie. Eine neue Dimension der individuellen Mobilität wird vorstellbar, und sie ist sauber und leise. Technologisch sind wir sehr gut aufgestellt – sowohl der Mittelstand als auch die großen Hersteller. Jetzt bedarf es der Umsetzung der beschlossenen EU-Regularien, um das enorme Potenzial dieser auch im globalen Wettbewerb begehrten Zukunftstechnologie des 21. Jahrhunderts ausschöpfen zu können. Nur so kann die deutsche Drohnenindustrie eine Vorreiterrolle spielen.“

Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des BDL: „In der Luftfahrt gilt ‚Safety first‘. Deshalb brauchen wir dringend eine sichere Integration von Drohnen in den Luftraum. Die gesetzliche Registrierungspflicht für Drohnen und ihre Eigentümer muss endlich kommen, damit im Schadensfall die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können. Und wir brauchen eine Technik, die unbemannte Fluggeräte im Luftraum erkennbar macht, damit wir ihnen im Ernstfall schnell und wirkungsvoll begegnen können.“ Die Zahl der Behinderungen des Luftverkehrs durch Drohnen bleibt hoch: 2018 meldeten Piloten 158 Drohnensichtungen an deutschen Flughäfen, in den ersten 10 Monaten des Jahres 2019 waren es 117.

YouGov hat auch ein konkretes Anwendungsbeispiel unter die Lupe genommen, das schon bald die urbanen Verkehrssysteme revolutionieren könnte: Passagierdrohnen, sogenannte Flugtaxis. Die Umfrage zeigt: Am besten können sich die Menschen den Einsatz von Flugtaxis für die Verbindung zwischen zwei Städten (36 %) oder zwischen Innenstadt und Flughafen (35 %) vorstellen. Immerhin 29 Prozent befürworten einen Flugtaxi-Einsatz auch im innerstädtischen Verkehr. Hier würden 20 Prozent grundsätzlich selbst ein Flugtaxi nutzen, beim Verkehr zwischen zwei Städten sind es sogar 27 Prozent.

Die verwendeten Daten beruhen auf einer repräsentativen Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.015 Personen zwischen dem 30. September und 2. Oktober 2019 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Quelle: PM Verband Unbemannte Luftfahrt

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