Weltweite Drohnen-Standards kommen Ende 2018

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Foto: Simon Pannock

Als das erste Auto durch die Stadt fuhr, verteufelten es die Menschen. Nun befindet sich die Menschheit in einem neuen revolutionären Stadium der Mobilität: den Drohnen, unbemannten Flugzeugen mit einer Sonderform, den Flugtaxis. Obwohl im Hinblick auf Drohnen Chaos, ja ein regelrechtes Tohuwabohu die Realität bestimmen, gibt es nur wenige Gegenstimmen. Vielmehr wird das Potential der neuen Fluggeräte gesehen. Aber um diese rechtssicher zu entwickeln, bedarf es einer weltweiten Reglementierung und Standardisierung.

Doch international arbeiten Behörden, Technikfirmen, Dienstleister und Interessenvertretungen in mehr als fünfzig Ländern parallel daran, für einen sicheren Flugbetrieb von Drohnen und damit in der Luftfahrt insgesamt zu sorgen. Wie sollen diese ehrenwerten Bemühungen nur koordiniert werden? Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Länder aller Kontinente dazu in der Lage sind.

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Weltweit wurden in den vergangenen zwei Jahrhunderten mehrere große Techniken reguliert, die Schifffahrt, die Eisenbahn, die Autos, die Flugzeuge, zuletzt die Mobiltelefone. Jetzt sind die Drohnen dran. Und zwar bald. Das ist auch dringend notwendig in Anbetracht der Millionen Drohnen, die inzwischen auf dem Markt und in den Händen von professionellen und freizeit-orientierten Piloten sind. Allein in den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es fast eine Million Drohnen, in Europa rechnet man mit sieben Millionen Drohnen im Jahr 2025, was in China oder Südamerika los ist, weiß keiner. Jedes Land reguliert selbst – oder auch nicht. In Dänemark muss ein Drohnenbesitzer einen speziellen Führerschein machen, in Deutschland einen Kenntnisnachweis erbringen, in Singapur seine Drohne und die Fertigkeit, sie zu steuern, den Behörden vorführen und in China unterliegt der Drohneneinsatz keinerlei Bestimmungen.

Die European Aviation Safety Agency (EASA) handelt im Auftrag der Europäischen Kommission und plant für 2019 eine Zertifizierung von Drohnen unter dem Motto „Your safety is our mission“. Schon in einer internen Abstimmung befindet sich die Internationale Organisation für Normung (ISO), der über die Vereinten Nationen 197 Länder angehören. Sie will schon Ende 2018 weltweite Standards für den unteren Luftraum festlegen. „Wir müssen die Drohnen schnell in unser Luftsystem implementieren und auf die Bedürfnisse der Menschen und der Industrie abstimmen“, sagte Florent Béron am Wochenende bei der 2. Internationalen Drohnen-Konferenz des Weltluftsportverbandes FAI (Fédération Aéronautique Internationale) in Lausanne, wo sich Spitzenkräfte der Drohnenszene zu einem Informations- und Gedankenaustausch trafen. Viele Aspekte sind zu regeln: Welche Kategorien gibt es bei den Drohnen, wie sind sie klassifiziert, wie grenzen sich Drohnen eventuell von Flugmodellen ab, wie erfasst man Drohnen im Luftraum, wie sieht es mit einer Lizensierung aus, wer ist der Pilot einer Drohne, wie wird die Privatsphäre geschützt, welchen Einfluss haben Drohnen auf andere Sportarten im Luftsport oder Gesundheits- und Umweltschutz? Kann der Luftraum eventuell eines Tages „verkauft“ werden? Oder wie findet ein Risikomanagement statt?

Bei all der Vielfalt, den hohen Ansprüchen und dem weiteren Milliardenmarkt, der sich hier auftut, drängt die Zeit. Wie findet die internationale Gemeinschaft nun konkret einen internationalen Standard für Drohnen? Es geht dabei um Regulierung und Standardisierung. Für die Regulierung sind Politik und Behörden zuständig, für die Standardisierung Organisationen wie die DIN (Deutsches Institut für Normung) oder die ISO. Die EASA zum Beispiel ist ein Regulierer, der bestimmt, was in der Drohnenfliegerei erlaubt ist und was nicht. DIN und ISO sind für die Standardisierung zuständig. Sie kümmern sich darum, wie es zu gehen hat, wobei ein technik-offenes Verfahren festgelegt wird.

Schauen wir uns ein Beispiel an: Der Regulierer, also die Politik oder Behörde, schreibt vor, dass es für Drohnen einen sicheren Kommunikationsstandard geben muss. Dann erarbeitet die ISO die Bedingungen dafür wie Reichweite, Spannung, Datenpakete etc. Nun können sich die Technikfirmen überlegen, wie sie diese Vorgaben erfüllen, ob durch Bluetooth, GSM oder eine SIM-Karte. Am Ende entscheidet die ISO. „Wir arbeiten weltweit alle zusammen, alles läuft parallel“, sagt Frank Fuchs aus Frankfurt am Main, ein Luftfahrtjurist, der das Deutsche Institut für Normung bei der Internationalen Organisation für Normung vertritt. „Wir alle flankieren und ergänzen uns. Wir brauchen auch dringend Rechtssicherheit für die Industrie, damit sie ihre Technik an den Vorgaben ausrichten kann.“

Quelle: PM FAI

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