Wege nach Island: Flugzeug vs. Fähre

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Typisch Island – Foto: Pannock/Kienz

Mehr als 2.200 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Deutschland und Island. Getrennt sind beide Länder außerdem auch durch die rauen Gewässer des Nordatlantiks, die sich per PKW unmöglich überqueren lassen. Vor der Reise ist es daher sinnvoll, zwischen Flugzeug und Fähre als Transportmittel zu unterscheiden und die wichtigsten Vor- und Nachteile beider Varianten zu kennen.

Flugzeug: Komfortable und schnelle Anreise

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Von den meisten deutschen Flughäfen aus starten regelmäßig Flugzeuge gen Island. Die Flugdauer liegt für gewöhnlich zwischen drei und vier Stunden. Vom publikumsstarken Frankfurter Flughafen aus sind Touristen etwa dreieinhalb Stunden unterwegs, bis sie isländischen Boden betreten.

Ziel ist vorwiegend der Flughafen Leif Eriksson in Keflavík. Er liegt rund 50 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Reykjavík. Nach der Ankunft ist es deshalb notwendig, eine passende Transfermöglichkeit zu finden, die Urlauber in die Stadt bringt. Wer Pauschalreisen nach Island bucht, wird zumeist den Vorteil genießen, dass sich der Veranstalter um den Transfer kümmert.

Ist dem nicht der Fall, hilft der sogenannte „Flybus“. Er pendelt wiederkehrend zwischen dem Flughafen und der Stadt, wo er mehrere wichtige Punkte sowie Hotels ansteuert. Im Schnitt dauert die Fahrt zwischen 40 und 50 Minuten. Die Kosten belaufen sich auf 5.499 Isländische Kronen (etwa 40 Euro) für Passagiere ab 16 Jahren. Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren fahren für 2.749 Isländische Kronen (etwa 20 Euro) und alle jüngeren Reisenden dürfen den Service kostenfrei nutzen. Genaue Informationen zu Fahrzeiten, Haltestellen und Konditionen finden Interessierte hier.

Was die Kosten für den Flug nach Island betrifft, sind erhebliche Schwankungen zu beobachten. Am günstigsten fallen Flüge außerhalb der Hauptreisezeit aus. Im Sommer können sie deutlich ansteigen, doch auch hier gibt es nahezu tägliche Unterschiede. Touristen sollten für einen Flug pro Person einen mittleren dreistelligen Betrag einplanen und gegebenenfalls die Zusatzkosten für den Transfer nach Reykjavík hinzurechnen.

Auch das Thema Mobilität ist bei einer Flugreise interessant. Schließlich will das Gros der Besucher mehr von der Insel sehen und ist somit auf ein Auto angewiesen. Zusätzlich zum Flugpreis fallen dann entsprechende Kosten für einen Mietwagen an. Dafür steigt jedoch die Flexibilität im Urlaub bei dennoch kurzer Anreisezeit.

Fähre: Lange Überfahrt, mehr Abenteuer

Etwas weniger als drei Tage dauert es, bis die Fähre Island erreicht. Das Schiff MS Norröna wird von Smyril Line verwaltet und legt nicht in Deutschland, sondern in Hirtshals (Dänemark) ab. Anhand des Fahrplans wird deutlich, dass es sich bei dieser Überfahrt nicht um eine Direktverbindung handelt. Das Schiff legt zwischendurch in Tórshavn auf den Faröer Inseln an, um etwas später nach Seyðisfjörður auf Island weiterzufahren. Zeit sollten Urlauber also unbedingt einplanen, wenn sie mit der Fähre anreisen möchten.

Das kann nicht immer vorteilhaft sein. Vor allem dann, wenn nur insgesamt zwei Wochen zur Verfügung stehen, geht durch die Überfahrt mit der Fähre nahezu eine gesamte Woche verloren. Das Flugzeug punktet hier in Sachen Geschwindigkeit. Hinzu kommt die Tatsache, dass auch die Anfahrt von Deutschland nach Hirtshals eingeplant werden muss. Von Hamburg aus dauert diese etwa sechs Stunden, wer in München startet, ist mehr als zwölf Stunden unterwegs. Sinnvoll ist die Anreise per Schiff allerdings für all jene, die Island mit ihrem eigenen PKW erkunden wollen. Das Auto kann problemlos mitgenommen werden.

Ganz günstig ist die Fährfahrt ebenfalls nicht. Zwei Personen mit einem PKW, der maximal 1,90 Meter hoch, fünf Meter lang und zwei Meter breit ist, sollten während der Hauptsaison mit einem Preis von rund 800 Euro rechnen. Hinzu kommen außerdem auch Kosten für die obligatorische Buchung einer Kabine. Eine innenliegende 2-Bett Kabine kostet in der Hauptsaison 415 Euro. Diese Ausgaben fallen doppelt – also für Hin- und Rückreise – an. Das Beispielpaar zahlt folglich fast 2.500 Euro ohne Verpflegung.

An Bord der MS Norröna müssen Passagiere nicht zwingend Dänische Kronen dabei haben, erhalten diese bei der Bezahlung mit Euro allerdings als Rückgeld. Alternativ kann auch eine Kreditkarte als Zahlungsmittel verwendet werden.

Fazit: Auf die individuellen Bedürfnisse kommt es an

Ob die Fähre oder das Flugzeug den besseren Weg nach Island darstellt, lässt sich pauschal kaum beantworten. Während der Flieger sehr viel zügiger vorankommt, bietet die Fähre Abenteuerflair, das dem einer Kreuzfahrt ähnelt, und die Möglichkeit, einen PKW mitzunehmen. Touristen sollten sich deswegen vorab genau überlegen, ob sie ihr Auto unbedingt dabeihaben möchten und ob sie ausreichend Zeit für eine mehrtägige Überfahrt aufbringen können. Sollte dem nicht so sein, lohnt sich die Anreise auf dem Luftweg vor allem aufgrund der Zeitersparnis.

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