Warum nicht mal …. nach Belfast fliegen

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Belfasts Besuchermagnet: Das Titanic Belfast – Foto: Dierk Wünsche

Warum nicht mal nach …. Belfast fliegen
Die Stadt der Titanic hat sich zu einem spannenden Städtereiseziel entwickelt

Wer ankündigt, dass er für eine Städtetour nach Belfast fliegt, trifft oftmals auf fragende Gesichter: „Gibt es dort nicht Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten? Ist es da nicht zu gefährlich?“ Dieses aus den längst vergangenen Tagen des Nordirlandkonflikts geprägte Bild von Belfast ist noch immer in den Köpfen vieler Menschen präsent. Dabei hat sich in den Jahren nach dem Karfreitagsabkommen vom 10. April 1998 die politische und wirtschaftliche Entwicklung Nordirlands und damit auch das Zusammenleben in der Hauptstadt zum Positiven gewandelt. So präsentiert sich Belfast heute als eine der pulsierendsten Metropolen Europas. Sehenswürdigkeiten, wie das einzigartige Titanc-Museum, zählen zu den Publikumsmagneten. Eine schnelle und bequeme Verbindung vom Festland zur zweitgrößten Stadt der Grünen Insel bietet nun seit dem Sommerflugplan 2015 die niederländische Fluggesellschaft KLM Royal Dutch Airlines. Dreimal täglich geht es per Jet von zehn deutschen Flughäfen über das KLM-Drehkreuz Amsterdam-Schiphol nach Belfast.

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Der St George’s Market – Einer der besten Märkte in Großbritannien

Stimmungsvoll: Der St George’s Market – Foto: Dierk Wünsche

Angekommen am George Best City Airport, der sich rund drei Kilometer östlich des Stadtzentrums befindet, gelangt man ruckzuck mit dem Airport Express-Bus Nr. 600 in die Innenstadt. Um sich auf die Stadt und das Lebensgefühl ihrer Bewohner einzustimmen, sollte man als ersten Anlaufpunkt den St George’s Market besuchen. Zwischen 1890 und 1896 erbaut, bietet die viktorianische Markthalle nach aufwändiger Renovierung jetzt freitags, samstags und am Sonntag auf bis zu 248 Ständen eine buntes Angebotspotpourri. Dieses reicht von fangfrischem Fisch, Käse, Tee, Blumen, Pflanzen und Kunsthandwerk bis hin zu Antiquitäten. Ein Paradies zum Schlendern, Schauen und Stöbern, das man mit allen Sinnen genießt. Zum einmaligen Ambiente kommt der gastfreundliche Charme der Marktleute – typisch irisch eben. Kein Wunder also, dass der St George’s Market vielfach ausgezeichnet wurde und als einer der besten Märkte in Großbritannien gilt. Bei irischer Live-Musik, einem Bier, lokalen und internationalen lukullischen Spezialitäten, ruft die lockere, fast mediterran zu nennende Stimmung des St George’s Market schnell Urlaubsgefühle hervor. Damit ist man in Belfast „angekommen“ und kann nun auf gut beschilderten Stadtspaziergängen alle relevanten Sehenswürdigkeiten erkunden.

Die City Hall – Ein Spiegelbild städtischen Reichtums

Die City Hall am Donegall Square ist ein Besucher-Highlight in Belfast – Foto: Dierk Wünsche

Wer auf den touristischen Pfaden der Stadt wandelt, kommt um einen Besuch der City Hall am Donegall Square nicht herum. Sie ist ein Spiegelbild des Reichtums, den die Stadt im 19. und frühen 20. Jahrhundert durch ihre Textilindustrie und die größte Werft der Welt angesammelt hatte. Repräsentative Treppenaufgänge und gediegene Räumlichkeiten, die in Größe und Ausstattung einem Schloss zur Ehre gereichen, zeugen vom Selbstbewußtsein der Stadtväter. Ölgemälde, farbige Glasfenster, feine Mamorfußböden und prächtige Kronleuchter unterstreichen die Ansprüche. Zwanglos geht es auf den Rasenflächen vor dem Gebäudekomplex zu. Bei Sonnenschein herrscht fröhliche Picknickatmosphäre mit Musik, Eiscreme, Bier, und dem Duft von Gegrilltem. Jugendliche zeigen bei Temperaturen rund um 20 Grad Celsius gern gerötete nackte Haut, und nutzen jeden Sonnenstrahl aus. Summer in the city!

Die Murals – Dokumente der Auseinandersetzung an der Peace Line

Die „Peace Line“ zieht sich kilometerweit hin Foto: Dierk Wünsche

Szenenwechsel zu den Schatten der Vergangenheit: Belfasts Westen galt über viele Jahrzehnte als No-Go-Area. In die katholisch geprägten Viertel entlang der Falls Road und die der protestantischen Shankill Road verirrte sich in der Hochzeit des Konflikts kaum ein Tourist. Noch heute flattern hier vereinzelt auf den Häusern als Zeichen der Zugehörigkeit der Britische Union Jack oder die grün-weiß-orange-farbene Fahne der Republik Irland. Eine fünf bis sieben Meter hohe Mauer mit Stacheldraht und Stahltoren versehen, markiert die trennende Linie der Viertel – die „Peace Line“. Wandmalereien auf dem Beton, so genannte Murals, sind jetzt die vielfotografierten Dokumente der über Jahrzehnte anhaltenden Spannungen. Sie sind politische Kunst, Reviermarkierungen und Provokationen zugleich, die beim Betrachter eine Mischung aus Faszination und Sprachlosigkeit hervorrufen. Alle Murals zu betrachten oder zu fotografieren nimmt viel Zeit in Anspruch, denn die Mauer ist lang – kilometerlang.

Titanic Belfast – Multimedialer Mythos in spektakulärer Architektur

KLM mit einer Fokker 70 am George Best City Airport – Foto: Dierk Wünsche

Fest mit Belfast verbunden ist der Name Harland & Wolff. In der einst wohl bedeutendsten Schiffswerft Europas wurde zu den Glanzzeiten pro Woche ein Schiff gebaut. Rund 40.000 Menschen standen auf der Lohnliste. Belfast war eine Boomtown mit Weltruf. Auch das berühmteste und damals größte Passagierschiff der Welt, die Titanic, wurde hier am 31. März 1909 auf Kiel gelegt. Ihr Untergang und das Schicksal der 1514 Passagiere, die in den eisigen Fluten des Atlantiks starben, beschäftigt und fasziniert die Welt noch immer. Im „Titanic Belfast“, das im März 2012 seine Pforten öffnete, kann man auf vier Stockwerken die Planung und den Bau der Titanic nachempfinden. Errichtet wurde das Gebäude, das wie ein Stern mit vier Zacken aussieht, fast genau an der Stelle, an der die Titanic und ihr Schwesterschiff Olympic in die Höhe wuchsen. Die stolze Summe von 97 Millionen Pfund wurde in das weltweit größte Titanic-Besucherzentrum investiert. Es will die Gäste auf eine informative und zugleich emotional bewegende Zeitreise rund um den Luxusliner mitnehmen und weit über eine Million haben sie bereits unternommen.

Eine Impression aus dem Inneren des Bauwerks: Hammerschläge, kreischende Sägen, quietschende Winden, rufende Arbeiter. Der Geruch von Stahl, Kohle und dem Feuer der lodernden Essen. Eine Kakophonie der Arbeit. Spezialeffekte, interaktive Touchscreens und computeranimierte Fotos vermitteln den Zuschauern im Titanic-Besucherzentrum einen möglichst authentischen Eindruck von der Entstehung dieses Schiffsgiganten, den technischen Gegebenheiten und der bedrückend harten Arbeitswelt. Ein Beispiel: Die Zeiten, in denen die Arbeiter ihre Notdurft verrichten durften, waren durch „The Minutes” geregelt. Insgesamt sieben Minuten am Tag standen für diese sehr privaten “Geschäfte” zur Verfügung. Noch paar Zahlen zur Titanic: Die Tickets der Titanic kosteten zwischen acht Pfund und 660 Pfund. Ein Arbeiter verdiente rund fünf Pfund im Monat. Nach heutigen Maßstäben würde damit ein Erste-Klasse Ticket zwischen 30.000 und 60.000 Euro kosten. Die Kosten für den Bau der Titanic betrugen rund 7,5 Millionen Dollar. Das entspricht heute fast 400 Millionen Dollar. Fazit: Das Titanic Belfast ist kein Disneyworld oder Museum mit Exponaten vom Schiff. Es ist vielmehr eine Hommage an die Arbeiter von Belfast, die unter harten Arbeitsbedingungen dieses Schiff erbauten, auf das sie letztendlich auch so stolz waren.

Die SS Nomadic – Der Tender der Titanic ist heimgekehrt

Die NOMADIC – Der Tender der Titanic liegt nun renoviert im Trockendock – Foto: Dierk Wünsche

Ist im Titanic-Besucherzentrum nicht ein Gegenstand des berühmten Meeresgiganten, der nun auf 3.800 Meter Tiefe ruht, zu finden, so liegt nur einige Schritte entfernt, im 1867 erbauten Hamilton Dock, ein Zeitzeuge. Die SS Nomadic war das letzte Schiff, das für die White Star Line erbaut wurde. Sie diente der Titanic als Transportschiff für Passagiere der 1. und 2. Klasse, die von von Cherbourg anreisten. John Jacob Astor, Molly Brown, Charlie Chaplin, Elizabeth Taylor – dies sind nur einige klangvolle Namen von Passagieren, die mit der Nomadic zur Titanic, Olympic, Queen Mary oder Queen Elizabeth fuhren. Wechselhaft war das Schicksal der Nomadic. So diente sie im 1. und 2. Weltkrieg als Minensuch- und Patrouillenboot, danach wurde aus ihr ein Restaurant und Nachtclub an der Seine in Paris, und schlussendlich wurde sie von Nordirland zurückgekauft, um in den Originalzustand versetzt zu werden. Nun hat das elegant geschnittene Schiff gleich vis-a-vis zum Titanic Belfast wohl den letzten Anker geworfen und kann sich wieder vieler bewundernder Blicke sicher sein. Schreitet man durch die eleganten, holzgetäfelten Salons und großzügigen Räumlichkeiten der Nomadic oder setzt man sich für ein paar Minuten auf eine der Holzbänke, die an der weiß-lackierten Schiffsinnenwand angebracht sind, so spürt man vielleicht etwas von der knisternden Spannung und der freudigen Erwartung, die ihre Passagiere auf dem Weg zur Titanic hegten. Über steile Treppenniedergänge geht es tief in den Bauch der Nomadic, wo einst die Maschinen des Schiffes ihre kraftvolle Arbeit verrichteten. Ein Blick in die engen Mannschaftsquartiere zeigt auch hier den Klassenunterschied.

Gobbins Cliff Path – Ein Klippenpfad wird zur Besucherattraktion

Der Gobbins Cliff Path windet sich 1,2 Kilometer an der Klippe entlang – Foto: Dierk Wünsche

Wer frische Meeresluft, raue Böen, das Geräusch von an die Felsen klatschender Wellen, spritzende Gischt im Gesicht und einen weiten Blick aufs Meer in Richtung schottische Küste mag, der wird ihn lieben – den 1,2 Kilometer langen Gobbins Cliff Path. Nach seiner Wiedereröffnung wird er ein “Gehen über dem Wasser” bieten! Nur schwindelfrei sollte man sein, denn der eng gewundene Klippenpfad macht seinem Namen alle Ehre. Aufwändig restauriert verspricht der traditionsreiche Wanderweg an den Klippen aus der Edwardischen Epoche (1901-1914) wie anno dazumal ein Freizeiterlebnis der besonderen Art. Rund 6 Millionen Pfund wurden investiert, um den 60 Jahre lang geschlossenen Pfad, der von Belfast aus in 30 Minuten Fahrtzeit zu erreichen ist, mit seinen atemberaubenden Aussichten wieder begehbar zu machen. Auch wenn man den Pfad derzeit noch nicht betreten kann, eine Schiffstour entlang der Klippen bietet schon einen guten Eindruck auf das neuste Freizeiterlebnis Nordirlands. Über Hängebrücken, die das Herz schneller schlagen lassen, entlang von kargen Felsen und dunklen Höhlen und durch gläserne Tunnels geht es direkt an der Klippe entlang. Auf bizarren Felsformationen kann man eine vielfältige Flora und Fauna betrachen. Gruppen von Vögeln sitzen eng beieinander, um dann wie nach einen imaginären Pistolenschuss laut kreischend einen Massenstart in Richtung See zu unternehmen. Aber auch im Meer herrscht Vielfalt. So sind an Nordirlands Küste Tümmler, Rundkopfdelfine, Zwergwale, Schweinswale, Weißseitendelfine, Weißschnauzendelfine und Pilotwale zu beobachten. Auch sie bringen die Herzen der Naturfreunde und Taucher vor Freude zum Klopfen.

von Dierk Wünsche

Weitere Informationen und Broschüren zu Belfast und Nordirland erhält man vom Irland Information Tourism Ireland, Gutleutstraße 32, 60320 Frankfurt. Tel. 069 – 6680 0950

Die Reise wurde unterstützt von KLM Royal Dutch Airlines, Tourism Northern Ireland, Irland Information Tourism Ireland

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