UFO zieht Streik-Bilanz: Mehr als 150 Flüge bei Lufthansa-Airlines ausgefallen

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Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) wertet ihren Ausstand am gestrigen Sonntag als positiv. Der Lufthansa-Konzern hatte seinen Kunden versprochen, alle Flüge planmäßig durchzuführen. Aus Sicht der Gewerkschaft wurde den Gästen mit diesem misslungenen Versuch ein Bärendienst erwiesen, denn diese erfuhren oftmals erst am Flughafen, dass ihr Flug zu einer von über 150 gestrichenen Verbindungen gehörte. Die Kabinenmitarbeiter beteiligten sich mit großer Mehrheit an der Arbeitsniederlegung.

Spontan hatte die Gewerkschaft die Streikdauer ausgeweitet. Statt bis 11 Uhr wurde bis Mitternacht gestreikt.

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„Lufthansa verfolgte eine Strategie der Bedrohung und Verunsicherung, stellte persönliche Konsequenzen und sogar Arbeitsplatzverlust in Aussicht. Selbst mit Streikbrecherprämien von 200 € wurde versucht, Freiwillige zu finden. Diese Strategie ist offensichtlich nicht aufgegangen. Insgesamt hätte es konzernweit höchstens 300 freiwillige Kollegen bei Eurowings, CityLine, Germanwings und SunExpress gebraucht, um das Flugprogramm tatsächlich komplett darzustellen. Dass dies nicht gelungen ist, zeigt, wie bereit die Kabinenmitarbeiter sind, für ihre Forderungen einzustehen“, resümiert Daniel Flohr, stellvertretender UFO-Vorsitzender.

Bei der LH-Tochter SunExpress Deutschland (ein Joint-Venture mit Turkish-Airlines) wurden Streiks durch Vorgesetzte mit ihrer „Bordgewalt“ unterbunden, sodass Kollegen von Ihrem Grundrecht keinen Gebrauch machen konnten. Eine rechtliche Überprüfung dieser Situation läuft derzeit. Dieser Vorfall zeigt aus Sicht der Gewerkschaft, mit welchen Mitteln die Arbeitgeber versuchen, die Konzerndirektive umzusetzen, den Streik unter allen Umständen zum Scheitern zu bringen.

Am gestrigen Tag ließ Lufthansa mitteilen, dass 90 % der Kabinencrews zur Arbeit erschienen seien. Für UFO ist unklar, wie diese Aussage zu 150 ausgefallenen Flügen passt. Nach Pressemeldungen belief sich die Ausfallquote in den bestreikten Unternehmen auf bis zu 50 %. Auch die Behauptung des Konzerns, dass es sich um rechtswidrige Streiks handele, wurde zwar durch den Konzern-Sprecher wiederholt, doch weitere Beweise blieb man der Öffentlichkeit auch hier schuldig.

„Wenn Lufthansa diese Streiks für illegal hält, hätte es im Vorfeld eine einstweilige Verfügung gegen die Streiks geben müssen. Doch diese wurde nicht einmal beantragt, trotz langem Vorlauf durch frühzeitige Ankündigung. Wer mit der ewigen Behauptung der Gewerkschaftsunfähigkeit so laut im Wald pfeift, muss sich von den Passagieren fragen lassen, ob diese Gewerkschaft nicht gerade bewiesen hat, dass sie sehr wohl fähig ist, Tarifforderungen durchzusetzen. Es wäre deutlich sinnvoller, am Verhandlungstisch nach Lösungen zu suchen, statt auf dem Rücken der Kunden einen Machtkampf um die Verdrängung der UFO zu führen“, schlussfolgert Nicoley Baublies, Beauftragter des UFO-Vorstands.

„Nach einer ersten Abstimmung mit unseren Tarifkommissionen, haben wir entschieden, zunächst keine weiteren Streiks in dieser Woche auszurufen. Sollte es zu weiteren Aktionen seitens des Konzerns kommen, sind wir aber kurzfristig in der Lage, die Situation neu zu bewerten und unverzüglich zu reagieren. Der Konzern sollte die Zeit nutzen, um zu entscheiden, wie sie mit den 150 gewichtigen Gründen des gestrigen Tages umgehen wollen“, appelliert Flohr an Lufthansa.

Die Mitglieder der UFO werden in den kommenden Tagen per Newsletter und Mitteilungen auf der UFO-Webseite über die weitere Vorgehensweise in allen Konzernairlines informiert.

Quelle: PM UFO

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