Terroranschlag am Flughafen Brüssel-Zaventem – Flughafen Leipzig geräumt

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Am Flughafen Brüssel-Zaventem gab es zwei Explosionen. Nach Angaben belgischer Medien soll es mindestens 14 Tote gegeben haben. Augenzeugen berichten von Schüssen, arabischen Rufen und der dann folgenden Explosion. Die Staatsanwalt Brüssel geht von einem islamischen Terroranschlag aus. Belgien hat die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

Nach bislang unbestätigten Berichten soll mindestens eine Explosion vor dem Checkin-Schalter von American Airlines stattgefunden haben. Dabei soll es sich um einen Selbstmord-Anschlag handeln. Die erste Explosion fand gegen 7:45 Uhr statt. Die zweite Explosion nur wenige Augenblicke später.

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Eine weitere Explosion mit mindestens 20 Toten soll es an einer U-Bahn-Stationen gegeben haben. Gegen 8 Uhr ist eine Bombe in der Metro-Station Maelbeek explodiert. Gegen 11:20 Uhr wurde gemeldet, dass es eine weitere Explosion nahe der Rue de la Loi gegeben haben soll. Ganz in der Nähe von Maelbeek. Wenig später stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine kontrollierte Sprengung eines Gepäckstücks handelte.

Die Evakuierung des Airports wurde sofort eingeleitet. Der Brüsseler Flughafen besitzt nur ein Terminal. Passagiere wurden auf das Rollfeld geführt. Der Flughafen in Brüssel ist bist auf Weiteres vollständig geschlossen. Flüge werden derzeit umgeleitet u.a. nach Frankfurt, Düsseldorf und Köln-Bonn. Der zweite Airport in Brüssel: Brüssel-Charleroi, bleibt vorerst geöffnet.

In Deutschland wurden die Sicherheitsvorkehrungen an den Airports deutlich verstärkt. Am Flughafen Frankfurt und an den Berliner Airports patrouillieren schwer bewaffnete Bundespolizisten. Aus Düsseldorf wird der Einsatz von Sprengstoff-Spürhunden gemeldet.

Ralph Beisel, Geschäftsführer des deutschen Flughafenverbandes ADV äußerte äußerte sich am Vormittag zum Terroranschlag:

„Wir sind schockiert, dass der Luftverkehr Zielscheibe eines terroristischen Anschlags geworden ist. Wir sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Ihnen gilt unser Mitgefühl. In Gedanken sind wir auch bei den Mitarbeitern des Brüsseler Airports, denen wir freundlich verbunden sind. Der Luftverkehr ist und bleibt der Verkehrsträger mit den höchsten Sicherheitsstandards.” Und weiter sagte Beisel:
„Die Sicherheitsmaßnahmen wurden auch an den deutschen Flughäfen intensiviert. Die deutschen Flughäfen setzen alles daran, die Bundespolizei und Behörden bei der Wahrnehmigung ihrer Aufgaben zu unterstützen”.

Update 13:20 Uhr: Belgische Zeitungen berichten über einen Waffenfund am Airport Brüssel-Zaventem.

Update 14:00 Uhr: Am Flughafen Leipzig wurde das Terminal B geräumt. Zuvor ist gegen 12:15 Uhr bei der Handgepäckkontrolle ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden. Der Koffer soll zu einem Mann gehören, der an Ort und Stelle festgenommen wurde, berichtet die Bundespolizei. Der Mann macht keine Angaben zum Kofferinhalt. Sprengstoffexperten untersuchen den Koffer. Die Abfertigung am Flughafen Leipzig wurde eingestellt.

Update 14:30 Uhr: Die Polizei gibt am Flughafen Leipzig Entwarnung. Der verdächtige Gegenstand sei keine Handgranate, wie zuvor vermutet, hieß es. Was es ist, wurde nicht verraten. Bei dem Mann handelt es sich um eine 71jährige Person die nach Thailand reisen wollte. Der Sicherheitsbereich ist ab sofort wieder geöffnet. Der Flugbetrieb normalisiert sich.

Update 16:35 Uhr: Der IS bekennt sich zu den Anschlägen am Flughafen in Brüssel und droht mit weiteren Zielen in Europa. Auch Deutschland wird vom IS bedroht. Konkret wird von „mehreren Bomben“ gesprochen.

Update 17:00 Uhr: Der Flughafen Brüssel-Zaventem wurden beim Terroranschlag massiv beschädigt. Teile der Decke sind im Terminal heruntergekommen. Der Airport wird die nächsten zwei Tage vollständig geschlossen bleiben, heißt es aus internen Kreisen. Ein Notflugplan für die beheimateten Airlines, u.a. Brussels Airline, wird erarbeitet. Ziel: Die Fluggesellschaften sollen vorübergehend andere Airports anfliegen.

Mehr als 200 Verletzte werden inzwischen vom belgischen Krisenstab gemeldet.

Update 17:15 Uhr: Der Flughafenverband ADV sieht keine Möglichkeit, die Airports in Deutschland auf einen ähnlich hohen Sicherheitsstand wie in Israel zu bringen. Der Flughafen Tel Aviv hat die weltweit höchsten Sicherheitsstandards. Der ADV schreibt dazu in einem Hintergrundschreiben zur internen Kommunikation:

Sicherheitsmaßnahmen, wie sie am Flughafen von Tel Aviv durchgeführt werden, wären mit Blick auf die mehr als 200 Mio. Passagiere, die an den deutschen Flughäfen ihre Reise beginnen oder beenden, nicht leistbar. Die europäischen Sicherheitsanforderungen sind hoch. In Deutschland gibt es eine enge Zusammenarbeit von Luftsicherheitsbehörden, Bundespolizei und Flughafenbetreibern. 

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