Ryanair und ver.di beenden zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

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Foto: Simon Pannock

Auch die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Fluggesellschaft Ryanair verlief ohne Ergebnis. Die Tarifparteien waren am gestrigen 5. September in Berlin zu Verhandlungen für die rund 1.000 Flugbegleiter bei Ryanair in Deutschland zusammengekommen, nachdem die Ryanair kurzfristig den Termin vereinbart hatte.

In dieser zweiten Verhandlungsrunde ging es vorrangig um das Thema Leiharbeit. „Es wird Zeit, dass Ryanair sein Leiharbeitssystem überdenkt. Das Unternehmen steht in der Pflicht die äußerst unsicheren Arbeitsbedingungen dieser Beschäftigten abzustellen“, betont ver.di-Verhandlungsführerin Mira Neumaier. Ryanair habe zugesagt, weitreichende Übernahmeangebote an Leiharbeitnehmer/innen in Deutschland zu prüfen. Diesen Beschäftigten sei aber unter Umständen auch Kündigung oder Versetzung ins Europäische Ausland in Aussicht gestellt worden, falls dies nicht unter den vom Unternehmen vorgegebenen Bedingungen stattfinde. Über 600 der derzeit rund 1000 Flugbegleiter bei Ryanair in Deutschland sind als Leiharbeitnehmer beschäftigt. Zum Teil in langjährigen Kettenbefristungen, einige ohne Basisgehalt oder garantiertes Einkommen.

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Auch weitere Komponenten der Verhandlung, in Fragen der Entgelterhöhung oder die Anwendung von nationalem Arbeitsrecht seien ohne Ergebnis geblieben, weil die Arbeitgeberseite an dem enttäuschenden Angebot der ersten Runde festgehalten hätte.

Ryanair habe um Bedenkzeit bis Ende der Woche gebeten, um ihre Positionen zu überdenken. Ein nächster Verhandlungstermin wurde bislang nicht vereinbart.

Aktuell hatte Ryanair das Angebot gemacht, nationale Verträge abschließen zu wollen, allerdings erst zum Jahr 2022. Darüber hinaus habe die Fluggesellschaft die Einführung von Betriebsräten abgelehnt. Das Entgeltangebot, das für die Jahre 2018 und 2021 keine weiteren Erhöhungen vorsieht, für 2019 die Umwandlung einer bestehenden Leistungsprämie sowie eine Erhöhung pro Flugstunde um 50 Cent, und eine Erhöhung der Entgelte in 2020 um 41 Euro pro Monat sei völlig indiskutabel.

„Die Haltung der Arbeitgeber ist verantwortungslos“ kritisiert ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. „Die Gehälter der Flugbegleiter/innen bei Ryanair sind so niedrig, dass sie nicht ausreichen, um einen auskömmlichen Lebensstandard zu sichern. Dazu haben sie keine Planbarkeit, weil die Anzahl der Flugstunden nicht absehbar ist und sich ständig ändern. Somit haben sie weder Perspektiven noch eine Chance für ihre Zukunftsplanung“. ver.di werde sich in den nächsten Tagen mit den internationalen Partnern, die die Beschäftigten bei Ryanair gewerkschaftlich vertreten, über das weitere Vorgehen beraten.

Zu den zentralen Forderungen von ver.di für die Kabinenbeschäftigten gehört eine substantielle Entgeltsteigerung, die das Einkommen für alle Beschäftigten existenzsicher und planbar macht. Dazu gehören unter anderem die Einführung eines Basisgehaltes für alle Flugbegleiter, die Erhöhung dieses Gehaltes und die Einführung einer Mindeststundengarantie. Des Weiteren fordert ver.di eine Kompensation bei Verspätungen und die Einrichtung einer betrieblichen Interessenvertretung.

Quelle: PM ver.di

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