Reisen mit tierischen Gefährten

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Vierbeiner auf vier Rädern: Bei Autofahrten mit Hunden sollten Familien spätestens alle zwei Stunden anhalten und für frische Luft sorgen. Foto: Bildarchiv TUI

Für immer mehr Deutsche ist ihr Haustier ein vollwertiges Familienmitglied, schreibt der Tierfutter-Hersteller Mars in einer aktuellen Studie. Und als Teil der Familie dürfen sie natürlich im Urlaub nicht fehlen. „Unsere Gäste fragen immer häufiger, ob sie ihr Haustier – in den meisten Fällen den Hund – auf die Reise mitnehmen können“, berichtet Carsten Cossmann, TUI Experte für Autoreisen und selbst Hundeliebhaber. Doch auch ausgefallene Haustiere wie ein Hängebauschwein oder Wellensittiche sind schon mit dem Reiseveranstalter in den Urlaub gefahren.

Tierisch schönes Hotel: Mitbewohner willkommen

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Viele Hoteliers haben sich auf Tierfreunde schon eingestellt. Beispielsweise bietet TUI für die Anreise mit dem Auto rund 1.700 Hotels, vorrangig im Raum Deutschland, Österreich und Italien, in denen Haustiere willkommen sind. „Wichtig ist, dass die Mitnahme der Tiere gleich bei der Buchung beim Hotelier angefragt wird, da die Hotels nur eine bestimmte Anzahl von Vierbeinern aufnehmen. Dasselbe gilt für Ferienwohnungen“, erläutert Cossmann. Bei der Entscheidung fürs Hotel sollten Urlauber neben einer tierfreundlichen Anreise auch auf ein naturnahes Umfeld achten.

Ob Haustiere im Hotel erlaubt sind, erfahren Urlauber beispielsweise im Reisebüro oder aber auf der Website des Reiseveranstalters. „Für die tierische Unterbringung fällt in der Regel eine Tagespauschale von fünf bis zehn Euro an. Futter, Fressnapf und andere Utensilien für das Wohlbefinden des treuen Gefährten müssen die Gäste selbst mitbringen“, erklärt TUI Experte Cossmann.

Unterwegs im Auto: Vierbeiner auf vier Rädern

Auch wenn Herrchen oder Frauchen eine geeignete Unterkunft gefunden haben, sollten sie auf die angemessene Reisevorbereitung und die Anreise mit dem tierischen Familienmitglied achten. „Die Anreise im Auto ist am verträglichsten“, empfiehlt Tierarzt Roger Bührer von der Frankfurter Tierklinik Am Stadtwald. Doch auch hier seien Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, rät der Veterinärmediziner: „Bei Autofahrten mit Tieren sollten etwa alle ein bis zwei Stunden Pausen eingelegt werden. Vor allem bei sommerlicher Hitze braucht der Vierbeiner regelmäßig frisches Wasser und frische Luft.“ Wer seinen Schützling zum ersten Mal transportiert, sollte das vorher ausreichend üben, damit das Tier nicht nervös und überfordert wird. „Im Sonderfall können die Tiere auch mit einem leichten Beruhigungsmittel behandelt werden“, meint Bührer.

Auf eine Reise ins Ausland müssen sich Tierhalter und ihre treuen Freunde sorgfältig vorbereiten: Wer ins EU-Ausland reist, benötigt den EU-Heimtierausweis. „Der Ausweis ist Besitzpapier, Impfpapier und Reisepass in einem und dokumentiert den einwandfreien Gesundheitszustand sowie wichtige Impfungen, zum Beispiel gegen Tollwut“, erläutert Tiermediziner Bührer. In Verbindung mit dem Ausweis muss das Haustier mit einem Chip versehen werden, damit es zweifelsfrei identifiziert werden kann – praktisch ist das auch für den Fall, dass es mal wegläuft. Bührer empfiehlt: „Tierhalter sollten prüfen, ob die richtigen Daten im Bundeszentralregister hinterlegt sind und mit dem Ausweis und dem Chip übereinstimmen.“ Bei Auslandsreisen gelten für Tiere die jeweiligen Einreisebestimmungen des Ziellandes – die zum Teil sehr unterschiedlich sein können. „Manche geforderte Impfung oder Prophylaxe gegen Parasiten, Gesundheitsnachweise oder gar Quarantänezeiten müssen gegebenenfalls schon einige Wochen vor dem Urlaub eingeplant werden“, sagt Bührer. Deshalb rät er unbedingt zur rechtzeitigen Absprache mit dem Tierarzt, sobald es ins Ausland gehen soll.

In der Luft: Nicht zu lange fliegen

Wer beim Mallorca-Urlaub auf seinen Hund nicht verzichten möchte, kann den Vierbeiner auch im Flieger mitnehmen. Aber Vorsicht: Viele Fluggesellschaften transportieren ausschließlich Hunde und Katzen. Zudem müssen Hunde von mehr als sechs Kilogramm in der Regel in einer Transportbox im Frachtraum reisen – ohne Wasser und Futter sowie ohne persönliche Betreuung. „Damit die Reise für das Tier nicht zur Tortur wird, sollte ein Flug nicht länger als vier bis fünf Stunden dauern – damit kommen Urlauber beispielsweise bis zu den Kanarischen Inseln“, rät TUI Experte Cossmann. Von Fernreisen rät auch Bührer ab: „Aus medizinischer Sicht sollten der Aufwand und der Stress für das Tier nicht zu groß werden. Denn gerade bei Fernreisezielen herrschen oftmals völlig andere klimatische Bedingungen. Hinzu kommt, dass der Hund die völlig fremde Umgebung teilweise schlecht einschätzen kann.“

Für den Transport des Vierbeiners berechnet beispielweise TUIfly zwischen 40 und 60 Euro pro Tier. Doch auch hier gilt: Tierische Passagiere müssen so früh wie möglich angemeldet werden, damit sie einen Platz im Flieger bekommen. „Wir transportieren maximal drei Tiere, Hund oder Katze, in der Kabine und noch einmal maximal drei im Frachtraum“, erklärt Fracht-Experte Peter Janewers von TUIfly. Sogenannte Behindertenbegleithunde wie beispielsweise Blindenhunde reisen in der Kabine mit. Bei den Airlines, Flughäfen sowie Ländervertretungen können sich reisewillige Tierliebhaber über die genauen Transport- und Einreisebedingungen sowie erforderliche Maßnahmen und Dokumente informieren.

In guten Händen: Hasso allein zu Haus

„Ist der Vierbeiner krank oder nicht mehr fit genug für den zeitweiligen Ortswechsel oder anspruchsvolle Urlaubsaktivitäten, sollten Tierhalter auf die Mitnahme verzichten“, sagt Tierexperte Bührer. Eventuell können sich doch ein Verwandter oder die Nachbarn zeitweilig um das Tier kümmern. Eine weitere Möglichkeit ist die Unterbringung in einem Tierhotel. Besonders praktisch ist die Unterbringung in einer Tierpension in Flughafennähe: Ohne Umwege können Urlauber ihr Tier kurz vor dem Flug in die Pension bringen und auf dem Rückweg aus dem Urlaub gleich wieder mitnehmen.

Quelle: Artikel des TUI Themenservice, Ausgabe August 2013

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