Piloten und Flugbegleiter legen bei Ryanair für 24 Stunden die Arbeit nieder

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Grafik: airportzentrale.de

Die Piloten von Ryanair in Deutschland und das Kabinenpersonal ist zum Streik aufgefordert worden. Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und ver.di haben ihre Mitglieder zum 24 Stunden Streik aufgerufen.

Update: Ryanair hat für Mittwoch 150 ihrer 400 Flüge in Deutschland storniert. Während die Gewerkschaften am Mittag mitteilten, dass der morgige Streik erst der Anfang sein könnte, hat die Airline bei weiteren Streiks mit dem Rotstift gedroht. Stellen könnten in Deutschland gestrichen werden.

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Pressemitteilung von VC
Im Zeitraum von Mittwoch, den 12.09.2018 um 03:01 Uhr bis Donnerstag, den 13.09.2018 um 02:59 Uhr ruft die Vereinigung Cockpit (VC) die Piloten bei Ryanair zum Streik auf.

Aufgerufen sind alle festangestellten Piloten, die an Ryanair-Stationen in Deutschland beschäftigt sind. Betroffen sind alle Verbindungen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen.

Seit Monaten fordert die VC Verbesserungen im Bereich der Vergütung und der Arbeitsbedingungen. Auf die bereits seit letztem Jahr unveränderten Forderungen hat die Geschäftsleitung nach wie vor kein verbessertes Angebot unterbreitet.

„Trotz des deutlichen Zeichens durch den Streik Anfang August, herrscht immer noch Stillstand am Tariftisch. Wir erwarten endlich Lösungen.“, so Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit.

Daher hat die VC das Ryanair-Management im September zu einer Schlichtung aufgefordert und Vorschläge zum Ablauf einer solchen Schlichtung überreicht. Statt sich aber mit dieser Aufforderung konkret auseinander zu setzen und eine Schlichtungsvereinbarung mit der VC zu schließen, versuchte die Geschäftsleitung nur durch unkonkrete und inhaltslose Aussagen auf Zeit zu spielen und ist offenbar weiterhin nicht einmal ansatzweise an einer Lösung interessiert.

Aus Sicht der VC muss ein Schlichter nicht nur über ausreichende Kenntnis des deutschen Rechts verfügen, sondern auch die Parteien zu einer Gesamtlösung führen können.

Dazu hatte die VC auch mehrere geeignete Persönlichkeiten vorgeschlagen, die von Ryanair aber alle abgelehnt worden sind. Das Management beharrt weiterhin auf einem irischen Mediator, der die benötigten Rechtskenntnisse für Deutschland nicht haben kann und schon alleine deswegen nicht als Schlichter in Frage kommt.

„Ryanair will mit ihrem Vorschlag offenbar ein Tarifdiktat durch die Hintertür erreichen. Das ist mit uns nicht zu machen.“, so Schumacher.

Einigungen, die das Ryanair-Management mit den irischen und italienischen Piloten gefunden hat, können nicht als Blaupause für eine Lösung in Deutschland dienen. Den dortigen Vereinbarungen fehlen wesentliche Aspekte, die für eine Gesamtlösung hier nötig wären. In Irland wurde noch keine Vereinbarung über Vergütung und allgemeine Arbeitsbedingungen geschlossen. Streiks sind dort damit noch nicht ausgeschlossen worden. In Italien sind strukturelle Fragen bei Arbeitszeit und Vergütung für uns unzureichend geregelt.

Pressemitteilung ver.di
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Flugbegleiterinnen bei Ryanair in Deutschland zum ganztägigen Streik am Mittwoch, dem 12. September 2018 an allen deutschen Standorten auf.

Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde zwischen ver.di und der Fluggesellschaft Ryanair am 5. September ohne Ergebnis verlaufen war, ruft ver.di die Beschäftigten zum Arbeitskampf auf, um Druck auf die Arbeitgeber zu machen. Bei den Verhandlungen geht es um rund 1.000 Flugbegleiter/innen bei Ryanair in Deutschland.

Das bislang vorliegende Entgeltangebot ist für ver.di völlig indiskutabel. Es sieht für die Jahre 2018 und 2021 keine Erhöhungen vor, für 2019 die Umwandlung einer bestehenden Leistungsprämie sowie eine Erhöhung pro Flugstunde um lediglich 50 Cent und eine Erhöhung der Entgelte in 2020 um 41 Euro pro Monat. Ryanair hatte zudem das Angebot gemacht, nationale Verträge abschließen zu wollen, allerdings erst zum Jahr 2022.

Quelle: PM VC und ver.di

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