McCarran Airport an der Kapazitätsgrenze – bekommt Las Vegas einen zweiten Airport?

Werbung
McCarran International Airport – Foto: Bildarchiv McCarran International Airport

Die Preise für Kurz- und mittlerweile auch für Langstreckenflüge sinken immer weiter und immer mehr Menschen nutzen das Flugzeug öfter und selbstverständlicher für ihre Reisen. Das macht sich momentan rund um die Welt stark bemerkbar. Viele Flughäfen sind stetig damit beschäftigt, ihre Gates auszubauen und sich darauf auszurichten, immer mehr Fluggäste im Jahr transportieren zu können und besonders im Gebiet zwischen Europa und Asien konkurrieren momentan sowohl Dubai als auch Istanbul mit ambitionierten Flughafen-Neubauprojekten um das Prädikat des bedeutendsten Flughafendrehkreuzes der Welt.

Dass den US-Amerikanern nachgesagt wird, dass sie eher reisefaul sind, bestätigt sich nicht bei einem Blick auf die Liste der wichtigsten Airports, denn Atlanta, Los Angeles, Dallas und Chicago spielen hier ganz oben in der Liga mit. Allerdings sind es überwiegend Inlandsflüge, die hier eine besondere Bedeutung haben, denn die Amerikaner reisen zwar auch viel, bleiben dabei aber häufig im eigenen Land.

Werbung

Sand und Kerosin
Besonders die Wüstenmetropole Las Vegas macht im Zusammenhang mit ihrem Flughafen seit vielen Jahren Schlagzeilen, denn der hier ansässige McCarran Airport kratzt bereits gewaltig an seiner Kapazitätsgrenze und jedes Jahr übertreffen die Besucherzahlen die Summen des Vorjahres. Weltweit steht der McCarran bezüglich seiner Flugzeug-Bewegungen auf Platz 8, kann aber maximal nur ca. 55 Millionen Fluggästen im Jahr befördern. Im Vergleich: Der Flughafen Atlanta bringt es auf das Doppelte, Dubai und Istanbul peilen ganze 200 Millionen im Jahr an. Seit Jahren wird der Flughafen stetig ausgebaut und erweitert, allerdings wird damit auf Dauer nur versucht, den Platzproblemen beizukommen. In den 90er Jahren gab es bereits Bestrebungen außerhalb der Stadt einen weiteren Flughafen zu errichten, allerdings wurde das Projekt Ivanpah Valley Airport mit der einsetzenden Wirtschaftskrise wieder auf Eis gelegt.

Lichter und Glanz
Die Gründe für den Boom des Flughafens Las Vegas müssen natürlich nicht lange gesucht werden. Die Stadt ist seit je her das Paradies aller Freunde des schnellen Spiels und Ziel vieler Junggesellenabschiede oder Wochenendausflüge der US-Amerikaner. Seit Howard Hughes in den 1960er Jahren der größte Casino Besitzer in „Sin City“ wurde, wie die Wüstenstadt unrühmlich genannt wurde, ist die Wirtschaft von Las Vegas in die Höhe geschossen. Gar keine Frage: Er ist in erster Linie dafür verantwortlich, die Mafia aus der Stadt vertrieben zu haben, die damals die Zügel vielerorts in der Hand hatte. Ende der 80er Jahren trat besonders Steve Wynn in seine Fußstapfen, der den Ruf der Stadt vor allem durch das Mirage Hotel und Casino von der Stadt der Sünde zur Stadt des Entertainments umändern wollte. Seit den 90er Jahren wächst die Stadt stetig und wird immer beliebter, was schließlich auch zu der Flughafen-Problematik geführt hat.

Die Zeit drängt
Dass McCarran jetzt schon an seiner Kapazitätsgrenze kratzt, daran besteht kein Zweifel, war doch erst der vergangene August mit über 4,4 Millionen Besuchern der geschäftigste Monat der Geschichte, ein Rekord, der beinahe monatlich geknackt wird. Der ursprüngliche Plan für den Bau des Ausweichflughafens vor den Toren der Stadt war es, 2010 mit dem Bau zu starten. Dann wäre der Flughafen voraussichtlich 2017 fertig gewesen. Nachdem die Besucherzahlen infolge der Wirtschaftskrise eingebrochen waren, hatte die Stadt sich dafür entschieden, das Projekt nicht vollständig abzublasen.

Denn damals wurde richtigerweise vermutet, dass es auch nach der Krise wieder Zeiten des wirtschaftlichen Aufstiegs geben würde. Allerdings steht das Projekt seitdem in einer völligen Schwebe und noch immer ist trotz der Situation am McCarran Airport kein Spatenstich getan, der eine Fertigstellung des Flughafens zumindest in Aussicht stellen würde. Trotz der umfangreichen Umbauten, die am McCarran erst im vergangenen Jahr fertiggestellt wurden, ist es zu erwarten, dass der Flughafen nun deutlich früher an seine Grenzen stoßen wird, als der neue Flughafen ansteuerbar ist. Es ist also damit zu rechnen, dass Fluggäste zum einen zunehmend Probleme bei der Abfertigung in Las Vegas haben werden und zum anderen in Zukunft auch mit regelmäßigen Verspätungen rechnen müssen, wenn sich nicht bald politisch etwas tut.

Hoffnungsschimmer
Glücklicherweise scheint sich in der letzten Zeit tatsächlich etwas getan zu haben, denn Englischsprachige Medien berichten, dass Clark County, die Verwaltungseinheit, die Las Vegas und das Umland im Süden Nevadas verwaltet, sich dazu entschlossen hat, Studien über den Einfluss des Flughafens auf die natürliche Umgebung des Valleys in Auftrag zu geben. Pläne dazu waren am 18. September 2018 bei einer Abstimmung bestätigt worden. Die ca. 2400 Hektar Gesamtfläche in der Prärie Nevadas befinden sich bereits im Besitz des Staates und müssen nur noch freigegeben werden. Dies ist ein sehr wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu einem zweiten Flughafen in Las Vegas, der auch in Anbetracht der steigenden Bedeutung der Stadt in den nationalen US-Sportligen, in Zukunft, auch unabhängig von den aktuell steigenden Besucherzahlen, noch einen deutlichen Schub bekommen wird.

Schlagwörter: ,

Eine Antwort zu “McCarran Airport an der Kapazitätsgrenze – bekommt Las Vegas einen zweiten Airport?”

  1. Mana Ecolodges sagt:

    4,4 Millionen Besucher sind verrückt!

Hinterlasse eine Antwort