Luftpost 83: MH370 Reloaded

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Andreas Fecker- Foto: Bildarchiv Fecker

Die meisten Menschen haben sich damit abgefunden, die Boeing 777 von Malaysia Airlines bleibt verschwunden. Ursache und Umstände bleiben ein Mysterium. Die sprichwörtliche Stecknadel bleibt wohl in den unendlichen Weiten des Pazifischen Ozeans verborgen, auch wenn noch immer zwei Spezialschiffe den Meeresgrund absuchen.

1977 bot ich aus meiner Arbeit heraus meinem damaligen Dienstherrn, der Bundeswehr, eine Erfindung an. Damit sollten Alarmierung der Rettungsdienste und Auffinden eines verunglückten Flugzeugs in minutenschnelle möglich werden. Zu diesem Position and Rescue Locator (PRL) erhielt ich einen abschlägigen Bescheid mit der Begründung ‚der Absturz eines Flugzeugs im dicht besiedelten Deutschland würde wohl kaum unbemerkt bleiben, dafür sei die Nachrüstung zu teuer‘. Über den Zaun hinaus dachte damals offenbar noch niemand. Tatsächlich blieb es niemandem verborgen, als im April 1990 zwei kanadische Kampfjets zusammenstießen. Der ganze Jazz krachte nämlich in Karlsruhe auf eine Kreuzung. Einer der Piloten landete mit seinem Fallschirm auf dem Mittelstreifen der Autobahn A5. Außer seinem Kollegen kam wundersamer Weise niemand zu Schaden.

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Fotonachweis: Andreas Fecker

Als aber am Abend des 20. Januar 1992 nicht weit davon die Air Inter 148, eine A320 mit 96 Personen an Bord 12 Meilen im Endanflug auf Strasbourg an einem Bergrücken zerschellte, wurde die Unfallstelle in den verschneiten Vogesen nicht gefunden. Von den neun zum Teil schwer verletzt Überlebenden schlug sich einer während der Nacht durch Kälte und Schnee durch, traf auf ein Haus, von wo er die Polizei anrief. Dieser Unfall bewegte mich zu einem neuen Vorstoß in Sachen PRL. Diesmal wurde er zumindest zu den Akten genommen, passiert ist nichts.

1998 wagte ich einen erneuten Versuch. Diesmal schaffte ich es bis zum Patentamt und einer Urkunde vom damaligen Verteidigungsminister Volker Rühe. Doch verwirklicht wurde der PRL wieder nicht, die Rechte fielen an mich zurück.

2014 war der Airbus Konzern meine letzte Hoffnung. Doch auch dort blieb die Angelegenheit nach kurzer Zeit stecken.

Fotonachweis: Andreas Fecker

Hätte MH370 dieses System an Bord gehabt, die Flugsicherung wäre in dem Moment vom aktuellen Kurs informiert worden, in dem der Transponder abgeschaltet wurde. Das System hätte in kurzen Intervallen die Position als Morsecode auf einer öffentlichen Notfrequenz gesendet, hörbar und auslesbar für Flugsicherung, Schiffe und Satelliten. Man hätte schon vor dem Verschwinden gewusst, wo sich die Maschine befindet und welchen Kurs sie hat.

Heute wähle ich diesen Weg, vielleicht werden Behörden, Industrie oder Airlines darauf aufmerksam und prüfen diesen Vorschlag. Die Rettung von Menschenleben ist wichtiger als alles andere. Ich finde, es ist eine Schande für unsere Luftfahrtindustrie, dass man in unserer High-Tech-Zeit nicht schon viel früher ein Rettungssystem ersonnen und verwirklicht hat, das keine weißen Flecken auf unserer Erde lässt.

 

Fotonachweis: Andreas Fecker

Vollständigkeitshalber will ich nicht verschweigen, dass mir die Bundeswehr für meinen PRL eine Erfinderprämie in Höhe von 100 D-Mark bezahlt hat! Die zweijährige Suche nach der Air France 447 im Atlantik kostete 121 Millionen Euro. Bei der Suche nach MH370 zwischen Indien und der Antarktis wird man mit dieser Summe nicht davonkommen. Malaysia, China, Australien, Südkorea, Indien, Thailand, Vietnam, Neuseeland, Indonesien, Singapur, Japan, die Philippinen und die USA waren oder sind noch mit Schiffen und Flugzeugen und tausenden von Menschen an der Suche beteiligt.

von Andreas  Fecker

Eine detaillierte Beschreibung des PRL finden Sie hier: http://www.fecker.org/PRL/

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