Lufthansa Technik und MTU Aero Engines gründen gemeinsames Unternehmen

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Foto: MTU Aero Engines

Lufthansa Technik und der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines haben ein gemeinsames Instandhaltungsunternehmen für Getriebefan-Triebwerke gegründet, an dem beide Partner jeweils 50 Prozent der Anteile halten. Das Joint Venture trägt den Namen Engine Maintenance Europe, kurz EME Aero. Der Vertrag wurde am 4. Dezember von beiden Partnerunternehmen unterzeichnet, nachdem eine Grundsatzvereinbarung im Februar 2017 getroffen worden war.

EME Aero sp. z o.o. wird ihren Sitz in Polen haben und soll künftig rund 800 Mitarbeiter beschäftigen. Beide Joint Venture-Partner investieren bis 2020 insgesamt rund 150 Mio. Euro. Projektleiter Derrick Siebert (CEO) von Lufthansa Technik und sein Counterpart Dr. Uwe Zachau (COO) von der MTU Aero Engines leiten das Unternehmen, das 2020 seinen Betrieb aufnehmen soll. Geplant ist eine Kapazität von mehr als 400 Instandsetzungen (Shop Visits) pro Jahr von Getriebefan-Triebwerken der PW1000G-Serie, die unter anderem bei der Airbus A320neo-Familie im Einsatz ist. Die beiden Joint Venture-Partner MTU und Lufthansa Technik haben in den letzten Monaten dabei ihre Prognose zur Mit-arbeiterzahl wie auch den jährlichen Shop Visits angehoben.

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Dazu Derrick Siebert: „Wir haben mit diesem Projekt die große Herausforderung an-genommen EME Aero in kurzer Zeit zum Laufen zu bringen. Ohne unser kombinier-tes Projektteam, in dem wir die Stärken beider Shareholder vereinen, wäre das planmäßige Erreichen dieses Etappenziels nicht möglich gewesen. Es ist für uns eine riesige Motivation, die Instandhaltung für eine ganz neue Generation von zivilen Triebwerken hier in Europa auf den Weg zu bringen.“ Uwe Zachau ergänzt: „Mit der Firmengründung haben wir einen sehr wichtigen Meilenstein erreicht. In den kommenden zwei Jahren haben wir einen ambitionierten Hochlaufplan für unseren gemeinsamen Shop zu meistern. Wir sind sehr zuversichtlich, dass uns dies mit unserem hervorragenden Team, bestehend aus Kollegen beider Shareholder, gelingen wird.“

Mit einer Unternehmensgründung in Polen hat die MTU Aero Engines bereits beste Erfahrungen gemacht. 2009 nahm die MTU Aero Engines Polska, eine Tochterge-sellschaft der MTU Aero Engines, ihren Betrieb auf. 2013 begannen die Arbeiten zum Ausbau des Werks. Zum Aufgabenspektrum gehören neben Entwicklungs- und Fertigungsaktivitäten auch die Montage der Niederdruckturbine für die PW1000G-Serie, die seit Anfang 2015 am polnischen MTU-Standort Rzeszów erfolgt.

Für Lufthansa Technik ist dies der zweite große Schritt beim Ausbau ihres Engage-ments in Polen: Bereits im September 2017 wurde in Sroda Slaska der Grundstein für ein Joint Venture mit dem Triebwerkhersteller GE Aviation gelegt, um GEnx-2B-Motoren und später auch GE9X-Triebwerke zu überholen. Mit Triebwerkstypen von Pratt & Whitney hat Lufthansa Technik schon seit vielen Jahren Erfahrungen. Im Juli 2016 wurde Lufthansa Technik darüber hinaus Mitglied des Instandhaltungs- Netzwerks für den Getriebefan (GTF) des Triebwerksherstellers. Das Netzwerk bietet die gesamte Bandbreite an Serviceleistungen für die PW1000G-Triebwerke an. Dieses zusätzliche Geschäft hat keinen Einfluss auf die Auslastung bestehender Standorte.

Lufthansa Technik und MTU führen bereits seit 2003 ein gleichberechtigtes Joint Venture in Malaysia. Die Airfoil Services Sdn. Bhd. (ASSB) in der Nähe von Kuala Lumpur ist auf die Schaufelreparatur von Niederdruckturbinen und Hochdruckverdichtern spezialisiert.

Quelle: PM Lufthansa Technik

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