Lufthansa: Piloten stimmen für neue Tarifverträge

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Foto: Simon Pannock / airportzentrale.de

Am heutige Tag endete die Urabstimmung der Piloten u.a. bei Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo und Germanwings. Das im Oktober 2017 ausgehandelte Gesamtpaket, bestehend aus einer ganzen Reihe neu verhandelter Tarifverträge, ist das umfassendste Tarifpaket der letzten 25 Jahre im Lufthansa-Konzern und regelt wesentliche Bestandteile der Arbeits-, Vergütungs- und Rentenbedingungen neu.

Bei einer Wahlbeteiligung von 91,6 % stimmten 79,0 % der abstimmungsberechtigen Piloten für die Annahme des Gesamtpakets.

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„Das Paket wurde intensiv unter den Piloten diskutiert. Es ist nicht einfach, den Kolleginnen und Kollegen zu erklären, warum wir in Zeiten von Rekordergebnissen bei der Lufthansa Zugeständnisse machen sollen. Die Vereinigung Cockpit ist der Meinung, dass wir einem Neustart mit dem Management des Konzerns eine Chance geben sollten und der Kompromiss in Gestalt des Gesamtpakets eine akzeptable Grundlage dazu darstellen kann. Wir hoffen, dass das Management diese Chance ebenfalls zum Wohle des gesamten Unternehmens ergreift. Wir sind an unsere Grenzen gegangen“, so Jörg Handwerg, Vorstandsmitglied der Vereinigung Cockpit.

Die Tarifverträge stehen unter Vorbehalt weiterer Tarifverträge für die Fluglehrer der Lufthansa Aviation Training, die noch nicht komplett ausverhandelt sind.

Lufthansa begrüßt Abstimmungsergebnis
Die Deutsche Lufthansa AG begrüßt die breite Zustimmung von fast 80 Prozent der Mitglieder der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu den vereinbarten Tarifverträgen. Damit konnte mit der Gewerkschaft ein langfristiger Tariffrieden geschlossen werden. Unter anderem wurden neue Vergütungs- und Manteltarifverträge sowie Verträge zur Alters- und Übergangsversorgung mit einer Laufzeit bis Juni 2022 geschlossen. Mit den neuen Verträgen entsteht eine strukturelle Gesamtkostenersparnis bei den Personalkosten im Cockpit von 15 Prozent – vorbehaltlich zukünftig zu zahlender Tarifsteigerungen. Die Frist zur Abstimmung war heute um 12 Uhr ausgelaufen.

Gleichzeitig hat Lufthansa der Vereinigung Cockpit die Zusage gegeben, zum Jahresende 2022 mindestens 325 Flugzeuge mit Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings zu betreiben. Dadurch werden weitreichende Zukunfts- und Karriereperspektiven geschaffen. Außerdem werden ab sofort wieder Nachwuchsflugzeugführer bei den genannten Flugbetrieben eingestellt. 2018 sollen es mehr als 500 sein.

„Für Lufthansa ist es sehr wichtig, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Cockpits wieder gemeinsam die Zukunft der Lufthansa zu gestalten“, sagt Dr. Bettina Volkens, Vorstand Personal und Recht der Deutschen Lufthansa AG. „Wir sind fest davon überzeugt, dass die Tarifvereinbarungen einen guten Kompromiss mit attraktiven Elementen für unsere Mitarbeiter darstellen und ebenso Einsparungen für das Unternehmen ermöglichen“, so Volkens.

Die Altersversorgung wird von einem System garantierter Auszahlungen (Defined Benefit) auf ein System garantierter Beiträge (Defined Contribution) umgestellt, wie es bereits für Boden- und Kabinenmitarbeiter vereinbart wurde. Durch diese Umstellung sinken die Pen-sionsverbindlichkeiten um einen hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag, während sich das EBIT 2017 um einen signifikanten dreistelligen Millionen-Euro-Betrag verbessert.

Pilotinnen und Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings erhalten zeitlich gestaffelte Gehaltserhöhungen von insgesamt 10,3 Prozent und eine Einmalzahlung von bis zu 1,8 Monatsgehältern für eine Laufzeit von Mai 2012 bis Juni 2022.

Die Einstiegs- und möglichen Endvergütungen für zukünftige Mitarbeiter orientieren sich am heutigen Niveau. Eine moderatere Steigerungslogik schafft aber zudem Kostenentlastungen. Die Vergütungsstrukturen von heutigen Mitarbeitern bleiben unverändert. Außerdem wurden weitere Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung vereinbart.

Quelle: PM VC und Lufthansa

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