Luftfahrt-Forschungszentrum in Hamburg offiziell eingeweiht

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Foto: ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung GmbH / ReGe/MartinKunze

Fast 1.000 geladene Gäste haben am Montag im Hamburger Stadtteil Finkenwerder die Eröffnung des ZAL TechCenter, des weltweit modernsten Forschungszentrums für die zivile Luftfahrt, gefeiert. Darunter Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, die Luft- und Raumfahrtkoordinatorin der Bundesregierung, Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Airbus in Deutschland Dr. Klaus Richter, sowie der Vorstandsvorsitzende von Lufthansa Technik Dr. Johannes Bußmann. Bis zu 600 Menschen werden künftig im ZAL auf ca. 26.000 Quadratmetern zu Zukunftsthemen der Luftfahrt forschen, darunter befinden sich die Felder Fuel Cell, Kabinentechnologie, 3D-Druck, Industrie 4.0, Akustik und Virtuelle Realität. Das Forschungszentrum mit einer Gesamtinvestition von knapp 100 Millionen Euro ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Hamburg, von Airbus, Lufthansa Technik, dem DLR, vier Hochschulen sowie zwölf weiteren Partnern.

Großunternehmen wie Airbus, Zulieferer wie Diehl, Hochschulen und Institutionen wie das DLR werden im ZAL TechCenter erstmals auf einem gemeinsamen Boden zusammenarbeiten, um Innovationen schneller zur Marktreife zu führen. Das ZAL bietet Forschungsinfrastrukturen der absoluten Weltspitze und wird sich auf sechs inhaltliche Schwerpunkte, „Technical Domains“ genannt, konzentrieren: Brennstoffzellen, Kabinen, Klimaanlagen, Flugzeugproduktion, Akustik und Virtuelle Realität.

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Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: „Mit dem ZAL TechCenter gewinnt Hamburg bei Forschung und Entwicklung weit über die Luftfahrtbranche hinaus an internationalem Profil. Das ZAL ist mehr als ein Forschungszentrum für die Luftfahrt. Es ist ein wegweisendes Beispiel, wie sich eine Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft nachhaltig und erfolgreich gestalten lässt.“
Brigitte Zypries, Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt und Parlamentarische Staatsekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie: „Das ZAL TechCenter ist eine vorbildliche Zukunftsinvestition. Von ihr profitiert die Metropolregion Hamburg ebenso wie Deutschland als Luftfahrtstandort insgesamt. Besonders freut es mich, dass mit dem ZAL TechCenter ein Schulterschluss zwischen den unterschiedlichen Akteuren der Branche gelungen ist: Große Unternehmen, KMU und die Wissenschaft haben sich alle unter einem Dach versammelt, um an der Zukunft der Luftfahrt zu arbeiten.“

Roland Gerhards, Geschäftsführer ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung GmbH:
„Das ZAL TechCenter bietet das Dach, unter dem Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam an der Zukunft der Luftfahrt arbeiten werden. Unsere modernen Forschungs- und Testinfrastrukturen schaffen hierfür ideale Bedingungen, schon in wenigen Jahren werden erste anwendungsorientierte Produkte in den Einsatz gehen.“

Dr. Klaus Richter; Leiter des Einkaufs, Airbus Group sowie Vorsitzender der Geschäftsführung, Airbus Deutschland: „Die moderne Infrastruktur des ZAL TechCenter macht das Technologiezentrum zu einer der innovativsten Forschungsplattformen weltweit. Forschung und Entwicklung werden optimal aufeinander abgestimmt, Innovationen erreichen dadurch schneller den Markt.“

Dr. Johannes Bußmann, Vorsitzender des Vorstands der Lufthansa Technik AG:
„Das Besondere am ZAL TechCenter ist die gleichberechtigte Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, kleinen und mittelständischen Unternehmen auf der einen Seite sowie Zulieferern und Industrie auf der anderen. Dem Kreativitätspotential sind hier keine Grenzen gesetzt.“
Die Luftfahrtforschung im ZAL konzentriert sich auf sechs Schwerpunkte – „Technical Domains“ (TD) genannt, welche die Kernkompetenzen des Luftfahrtstandorts Hamburg widerspiegeln.

Die TD1 beinhaltet das Fuel Cell Lab, ein branchenübergreifendes Forschungslabor für zivile und sichere Nutzungsmöglichkeiten von Wasserstoff, sowohl in der Luftfahrt als auch in anderen Verkehrssegmenten wie dem öffentlichen Nahverkehr oder dem Automobilbereich. Die TD2, Cabin Innovation & Technology, befasst sich der Erforschung von Flugzeugkabinen. Kernelement ist das 20 Meter breite und 11 Meter hohe ZAL Cabin & Cargo Test Rig – ein Teststand, in dem alle weltweit gängigen Flugzeugrumpfquerschnitte installiert werden können, um dort beispielsweise die Neuanordnung von Kabinenelementen zu erproben. Die TD3, Air & Power Systems, befasst sich mit der Weiterentwicklung von Stromversorgungs- und Klimaanlagensystemen in der Kabine. Industrieller Fokus liegt auf der TD4, Aerospace Production & Fuselage Engineering. Hinter dem sperrigen Namen verbergen sich Forschungsprogramme, die sich mit der Zukunft von Fertigungsmethoden befassen – wie z.B. das auch als „3D-Druck“ bekanntgewordene ALM-Verfahren (Additive Layer Manufacturing), oder unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ laufende neue Automatisierungsverfahren. Kernelement der TD5, Testing & Safety, ist das ZAL Acoustics Lab. In diese Akustikkammer, die zu den größten Europas zählt, passen ein komplettes Rumpfstück eines Airbus A320. Das Acoustics Lab erlaubt es, Forschungen zu Lärm und Vibrationen künftig am Boden zu betreiben, statt wie bislang in der Luft. Die TD6, General Processes & Support Topics, wird sich im ZAL TechCenter auf das Thema Virtuelle Realität konzentrieren. Dazu wurde im Gebäude die mit 6 x 3,5 Metern größte VR-taugliche Bildscheibe in der nördlichen Hälfte Deutschlands installiert. Der dazu gehörige Raum fast etwa 30 Personen.

Mit knapp 100 Millionen Euro Projektvolumen (Gebäude mit Testinfrastrukturen) gehört das Hamburger ZAL TechCenter zu den größten Luftfahrt-Forschungszentren der Welt. Nach Einzug aller Mieter werden dort bis zu 600 Menschen auf einer Fläche von knapp 26.000 Quadratmetern arbeiten. Durch das ZAL entstehen zahlreiche neue hochqualifizierte Jobs am Luftfahrtstandort Hamburg: so baut z.B. Diehl, Hamburgs drittgrößter Arbeitgeber in der Luftfahrtindustrie, im ZAL TechCenter ein komplett neues Forschungs- und
Entwicklungsteam auf. Unternehmen wie Airbus und Lufthansa Technik verlegen einige ihrer Innovationsabteilungen vollständig in das neue Gebäude. Auch als Veranstaltungsort soll das Forschungszentrum künftig genutzt werden: Dafür stehen neben einem Auditorium für 200 Personen 12 Konferenzräume, ein frei zugänglicher Innovationsmarktplatz und ein großes Betriebsrestaurant zur Verfügung.

Das bauherrenseitige Projektmanagement in der Ausführungsphase lag bei der ReGe Hamburg. Sie stellte das ZAL TechCenter mit dem Jahreswechsel 2016 fristgerecht fertig.

Dieter Peters, Geschäftsführer der ReGe Hamburg Projekt-Realisierungsgesellschaft mbH: „Als Bauherrenvertreter verantworten wir die Überwachung des Bauvertrags hinsichtlich der Termine, Kosten und Qualität – und haben das ZAL TechCenter in der Endphase zu einem guten und ruhigen Projektabschluss gebracht. Ein Gewinn für den Luftfahrtstandort Hamburg, den wir bereits mit der Airbus-Werkserweiterung in Finkenwerder maßgeblich mitgestalteten“.

Quelle: PM ZAL

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