Forschungsprojekt HETEREX erfolgreich abgeschlossen

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Foto: Dierk Wünsche

Das Verbundvorhaben HETEREX hat in den vergangenen drei Projektjahren mit der Erarbeitung innovativer Beiträge zu Systemen und Verfahren der Flugführung Möglichkeiten zur Steigerung der Kapazität, der Effizienz sowie der Umweltverträglichkeit aufgezeigt.

Um dem kontinuierlich steigenden Luftverkehrsaufkommen und den damit einhergehenden Auswirkungen entgegenwirken zu können, wurden z.B. neue An- und Abflugstrecken auf ihre Verbesserungen bzgl. Lärm- und CO2-Emmissionen untersucht. Der Schwerpunkt wurde hierbei auf eine Aktivierung des Potentials von RNP AR bzw. GBAS CAT-III gelegt. Dazu wurden konkrete Problemstellungen definiert, anhand derer Lösungsansätze mit deutlichem Mehrwert für alle beteiligten Parteien erarbeitet werden konnten.

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So lassen sich mit GBAS GAST-D z.B. Anflüge unter CAT-III Sichtbedingungen durchführen, deren Staffelungsabstände im Gegensatz zu ILS-Anflügen erheblich reduziert werden können. Dies führt zu einer unmittelbar positiven Auswirkung auf die Verzögerungswerte die sich somit deutlich reduzieren lassen. Untersuchungen in HETEREX haben jedoch gezeigt, dass ein gewisser Ausrüstungsgrad der Flugzeuge erreicht werden muss, um von dieser Technologie profitieren zu können.

Neben GBAS CAT-III haben RNP AR An- und Abflugverfahren einen großen Bereich in HETEREX eingenommen. Diese Verfahren können wegen ihrer Unabhängigkeit von bodengebundenen Funknavigationsanlagen sehr flexibel entworfen werden. Exemplarisch für die erreichbare Flexibilität des Verfahrens seien gekurvte Endanflüge genannt, mit denen sich im Vergleich zu konventionellen ILS-Anflügen bewohnte Gebiete im Bereich der Anflugstrecke umfliegen lassen. Die durch einen verkürzten Anflug einhergehende Treibstoffersparnis kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern stellt auch einen klaren Kostenvorteil für die Fluglinien dar. Weitere Ergebnisse zeigen, dass sich die Situation von Teilen der Bevölkerung hinsichtlich der Belastung durch Fluglärm verbessern lässt.

Zahlreiche Validierungsexperimente, Simulationen und Flugversuche haben die grundsätzliche technische Eignung der Verfahren gezeigt. Jedoch müssen die Systeme erst Einzug in die aktuellen Flugzeugflotten finden und im Fall von RNP AR die Piloten als auch die Fluggesellschaft für das Verfahren zertifiziert werden. Hier sind entsprechende Anreize erst zu schaffen. Eine Weiterentwicklung von RNP AR Verfahren in Deutschland ist aber wünschenswert, um das Potential dieser Verfahren zumindest den ausgerüsteten Fluggesellschaften anzubieten und somit die Ausrüstung voranzutreiben.

Zur Unterstützung der Einführung der betrachteten Verfahren wurden verschiedene Systeme der Avionik und der CNS Infrastruktur weiterentwickelt und ihre Leistungsfähigkeit untersucht. Anlagen und Geräte für GBAS CAT-III-Systeme befinden sich noch in der Entwicklung, und wesentliche Entwicklungsschritte für Bodensysteme wurden in HETEREX vorgenommen. Luftseitig steht eine Integration verschiedener Komponenten im Vordergrund, um die Kosten dieser Komponenten zu senken, und die Verbesserung der Verkehrsinformation für den Piloten. Im Sinne des heterogenen Luftverkehrs wurden integrierte Navigationskomponenten für Kleinflugzeuge beziehungsweise Hubschrauber und Geschäftsflugzeuge entwickelt, für Verkehrsflugzeuge wurde das Electronic Flight Bag (EFB) mit einer Darstellung einer 4D-Trajektorie erweitert, und zu all diesen Entwicklungen wurden Flugversuche durchgeführt.

Das Vorhaben HETEREX wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie durch den Projektträger Luftfahrt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) unter dem Förderkennzeichen 20V0901A gefördert.

Weitere Informationen zu den Untersuchungen, den Ergebnissen sowie zu den Verbundpartnern sind auf der HETEREX Homepage zu finden.

Quelle: PM Telespazio VEGA Deutschland

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