Flughafen Münster Osnabrück erwartet schwieriges Jahr 2012
Der Flughafen Münster/Osnabrück erwartet ein schwieriges Jahr 2012. Die Auswirkungen des Sparprogramms „shape & size“ der Fluggesellschaft airberlin werden am FMO nun ganzjährig zur Wirkung kommen. Mit Beginn des Winterflugplans 2011/12 hatte airberlin die Verbindungen nach London und Wien eingestellt. Darüber hinaus kam es auch im touristischen Bereich zu einigen Konsolidierungen. Auch die Insolvenz der europaweit tätigen Fluggesellschaft Cirrus Airlines Ende Januar 2012, die am FMO die Flüge nach Stuttgart durchführte, werden sich in den Fluggastzahlen bemerkbar machen. Die in 2011 eingeführte Luftverkehrssteuer hat insbesondere bei kleinen und mittelgroßen Flughäfen verheerende Auswirkungen. Sie führt aktuell zu einer Re-Konzentration von Airlines auf größere Flughäfen. Der Ersatz von weggefallenen Strecken ist bei dem derzeitigen Marktumfeld für kleinere Flughäfen voraussichtlich nur durch Low-Cost-Carrier möglich. Die aktuell mit Low-Cost-Carriern erreichbaren finanziellen Konditionen sind für den FMO insbesondere aus Sicht der Eigentümer nicht annehmbar. Dennoch wird der FMO in Abstimmung mit den Gesellschaftern die Gespräche fortsetzen, um zu prüfen, ob nicht doch noch akzeptable Bedingungen erreichbar werden. Ohne einen Ersatz der weggefallenen Strecken in 2012 müsste der FMO in diesem Jahr mit einem deutlichen Fluggastrückgang im Bereich von 15 Prozent rechnen.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe, betonte die nach wie vor herausragende volkswirtschaftliche Bedeutung des FMO für die ganze Region. „Wir Gesellschafter des Flughafens setzen auf eine langfristige und nachhaltige Entwicklung statt auf kurzfristige vermeintliche Erfolge“, sagte Lewe. Neben der Entwicklung der Fluggastzahlen und des Angebots sei für die Eigentümer die wirtschaftliche Entwicklung der FMO GmbH in der Prioritätenliste ganz oben und müsse bei der strategischen Marktausrichtung berücksichtigt werden. „Daher haben wir Gesellschafter in den letzten Wochen und Monaten intensiv über mögliche Engagements von Low-Cost-Airlines am FMO diskutiert“, so Lewe. Es gebe zweifelsohne zahlreiche positive Aspekte einer Low-Cost-Airline, wie neue Flugziele, Fluggastwachstum, Belebung des Standortes und Effekte des Incoming-Verkehrs. Auf der Soll-Seite der Bilanz stünde aber bei den derzeit mit Low-Cost-Carriern zu erreichenden Bedingungen ein zu erwartender wirtschaftlicher Verlust in zweistelliger Millionenhöhe. „Dieses Risiko können und wollen wir als Gesellschafter nicht eingehen. Auch wenn wir hier am FMO zurzeit eine Durststrecke durchlaufen, sind wir von der Qualität und den mittel- bis langfristigen Potenzialen unseres Airports überzeugt“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Lewe weiter. „Wir stehen zu unserem Airport und zu der von der Geschäftsführung im Auftrag der Gesellschafter umgesetzten langfristigen und nachhaltigen Strategie.“
Der Flugplan des FMO wird trotz der schwierigen Rahmenbedingungen auch in 2012 eine gute Qualität beinhalten. Hervorzuheben sind die Verbindungen zu den großen Umsteigeflughäfen nach Frankfurt und München (Lufthansa / Star Alliance) sowie Berlin und Mallorca (airberlin / Oneworld), über die ab FMO nahezu jedes Ziel weltweit schnell zu erreichen ist. Außerdem wird es wieder sehr umfangreiche Verbindungen zu den beliebten Urlaubsregionen rund um das Mittelmeer, zu den Kanarischen Inseln sowie zum Roten und Schwarzen Meer geben.
Flughafengeschäftsführer Prof. Stöwer sagte abschließend: „Die derzeitige Marktlage macht dem FMO das Leben schwer. Wir jammern aber nicht, sondern erhalten unsere Motivation in enger Abstimmung mit unseren Eigentümern durch eine langfristige Denkweise.“ Stöwer sagte weiter: „Der Luftverkehr in Europa und weltweit wird zukünftig stark anwachsen. Das zeigen aktuelle wissenschaftliche Prognosen von anerkannten Prognostik-Instituten. Hiervon wird auch der FMO mittelfristig wieder profitieren.“
Quelle: PM FMO
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