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Flughäfen München und Frankfurt: ver.di Warnstreik bei der Air France KLM zur Beschäftigungssicherung

19 Februar 2012 1744 views No Comment Als Mail versenden Als Mail versenden Drucken Drucken

Foto: Bildarchiv ver.di

Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten der Fluggesellschaft Air France KLM am heutigen Sonntagmorgen, den 19.02.2012 erneut zu einem rund 4stündigen Warnstreiks in Frankfurt und München auf. Sie werden an diesem Tag ab ca. 06.00 Uhr im Flughafen Frankfurt a. M., Terminal 2, und in München, Terminal 1, etwa zur gleichen Zeiten direkt vor den Verkaufsschaltern der Air France KLM stattfinden. Weitere Aktionen behält sich ver.di ausdrücklich vor.

Wie Ulrich Feder, ver.di-Gewerkschaftssekretär am Sonntagmorgen am Rande der Aktion erklärte, hat Air France KLM immer noch nicht den Weg zu verbindlichen Verhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di gefunden. Deshalb werde jetzt der Druck erhöht. Bereits am 20.01. gab es einen Warnstreik der Beschäftigten in Frankfurt, am 21.01., am 03.02. und 16.02. drei weitere in München.

Der Sachverhalt ist folgender:
Von den ca. 420 bundesweit Beschäftigten des Gemeinschaftsunternehmens Air France KLM arbeiten etwa 160 an den 6 deutschen Flughäfen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart. Es werden von ihnen hauptsächlich Air France und KLM Flüge, aber an einigen Stationen auch Alitalia Flüge abgefertigt. Diese Beschäftigtengruppe soll, wie in Betriebsversammlungen in Aussicht gestellt wurde, in eine neu gegründete Servicegesellschaft mit dem Namen „Havas Europe“ ausgelagert werden. Diese hat sich wohl erst kürzlich umbenannt und hieß vorher „North Hub Services Ltd“. „Niemand hier an den deutschen Flughäfen kennt diese Abfertigungsgesellschaft“, so Feder.

Die Homepage ist ausschließlich in englischer und türkischer Sprache verfasst. Als Eigentümer werden dort noch die „Baltic Aviation Systems“ und „HAVAS Ground Handling Services Co.“ genannt. Diese Servicegesellschaft soll dann nach dem Willen der Air France KLM die operativen Tätigkeiten an den genannten sechs deutschen Flughäfen übernehmen. Offensichtlich hat Havas einen Auftrag von Alitalia erhalten, ab dem 01.04.2012 zumindest in Frankfurt, die Abfertigung zu übernehmen. Das wäre soweit ver.di bekannt ist der erste Auftrag am Frankfurter Flughafen dieser Gesellschaft.

Für ver.di stellt sich jedoch die Frage, ob dieses Unternehmen auch sichere und zuverlässige Beschäftigungsverhältnisse anbietet. Auf der Homepage von Havas – www.havas.net – fühlt sich die türkische Gesellschaft jedenfalls berufen darauf hinzuweisen, dass sie nicht diskriminiert und das anwendbare Recht respektiert. Wir stellen uns die Frage, warum man das überhaupt tun muss. Die bei Air France KLM geltende Sozialcharter, die für die Beschäftigten bisher der Maßstab im Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist und die ausdrücklich das geltende Recht und ethische Mindeststandards garantiert, will Havas aber offenbar nicht nachzeichnen.

Die derzeit tarifgebundenen, rd. 160 Beschäftigte, die an den Verkaufsschaltern, den Check-in-Schaltern, dem Gate-Service und anderen Bereichen tätig sind, haben kein Interesse an einer ungewissen Zukunft. ver.di hat Air France KLM im Dezember des vergangenen Jahres zu Tarifverhandlungen zur Beschäftigungssicherung aufgefordert. Konkret, so Feder, will ver.di eine Weiterbeschäftigung im Stammunternehmen auf anderen Arbeitsplätzen, ggf. auch weltweit, ein Rückkehrrecht zum Stammunternehmen, sowie Transfer- und Qualifizierungsmaßnahmen mit einer garantierten 85 % Einkommensfortzahlung für die Dauer von 5 Jahren erreichen. Tarifverhandlungen mit ver.di lehnen die Arbeitgeber dagegen bislang ab und wollen stattdessen „auf der betrieblichen Ebene“ zu Lösungen kommen.

Mit den heutigen Warnstreiks verfolgt ver.di weiterhin das Ziel eine grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft von Air France KLM zu erreichen. Auswirkungen auf den Flugverkehr sind nach Angaben von ver.di nicht auszuschließen. Es könnten rd. 4 Flüge vormittags jeweils in Frankfurt und München tangiert sein, einige davon auch wegen bestehender Kooperation von Alitalia.

Quelle: Medieninformation ver.di

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