Flughafen München: Rund 35 Mio. Fluggäste nutzen 2010 Bayerns Luftverkehrsdrehscheibe

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Der Flughafen München Foto: FMG/Hennies

Der Münchner Flughafen präsentierte sich 2010 wieder im Steigflug: Rund 35 Millionen Fluggäste – sechs Prozent mehr als im Vorjahr – nutzten im vergangenen Jahr Bayerns internationale Luftverkehrsdrehscheibe. Mit diesem neuen Rekordergebnis behauptet München weiterhin Platz 7 unter den passagierstärksten Flughäfen Europas. Der Verkehrsboom beflügelte auch die wirtschaftliche Entwicklung der Flughafen München GmbH (FMG). Nach Abschreibungen und Steuern weist die Flughafengesellschaft nach vorläufigen Berechnungen ein Rekordergebnis von 125 Millionen Euro auf.

Neue Rekordzahlen werden darüber hinaus aus dem Luftfrachtgeschäft gemeldet: 275.000 Tonnen bedeuten ein sattes Plus von 27 Prozent gegenüber 2009. Dies ist sowohl absolut als auch prozentual ein neuer Spitzenwert. „Wir haben nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sehr viel schneller als erwartet wieder deutliche Verkehrszuwächse registriert“, zog der Vorsitzende der FMG-Geschäftsführung, Dr. Michael Kerkloh, auf der Jahrespressekonferenz am Airport eine ausgesprochen positive Bilanz des vergangenen Betriebsjahres.

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Die Anzahl der Flugbewegungen lag mit 390.000 noch 1,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. „Dieses leichte Minus resultiert einzig und alleine aus der Aschewolke und den anderen negativen Sondereffekten des vergangenen Jahres.“ erläuterte Kerkloh. Der Vulkanausbruch auf Island mit tagelangen Luftraumsperrungen, der schneereiche Beginn bzw. Ausklang des Jahres sowie der Pilotenstreik im Februar hatten zu Tausenden von Flugausfällen geführt. Insgesamt mussten 2010 rund 15.000 Flüge annulliert werden. Im Vergleich zum Vorjahr wäre die Anzahl der Starts und Landungen ohne diese Sondereffekte um ein Prozent gestiegen, das Fluggastaufkommen sogar um neun Prozent.

Terminal 2 mit Pier Foto: Dr. Werner Hennies Copyright: FMG

Die gestiegene Passagiernachfrage wurde insbesondere von der Lufthansa und ihren Partnergesellschaften durch den verstärkten Einsatz größerer Flugzeuge befriedigt. Das durchschnittliche maximale Abfluggewicht der in München eingesetzten Flugzeuge erhöhte sich von 68 auf rund 73 Tonnen. Die Sitzplatzauslastung der Flugzeuge stieg im gleichen Zeitraum auf den neuen Rekordwert von knapp 74 Prozent. Nach der weitgehend abgeschlossenen Ausmusterung von kleineren Flugzeugen im Europaverkehr wird das weiter steigende Passagieraufkommen jetzt wieder verstärkt durch mehr Flüge abgedeckt. Das erste Monatsergebnis in diesem Jahr bestätigt dies: Im Januar wurden 14 Prozent mehr Starts und Landungen durchgeführt sowie 20 Prozent mehr Passagiere abgefertigt.

Besonders stark legte der Langstreckenverkehr am Münchner Flughafen zu: Mit 5,3 Millionen Fluggästen stieg die Anzahl der Fernreisenden gegenüber dem Vorjahr um fast 16 Prozent. Das große Angebot an europäischen Flugverbindungen ab München wurde von fast 20 Millionen Reisenden genutzt. Dies sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Der innerdeutsche Verkehr verzeichnete mit 9,3 Millionen Fluggästen einen leichten Passagierzuwachs von knapp einem Prozent.

Der boomende Verkehr sowie die spürbar gestiegenen Umsätze im sogenannten Non-Aviation-Bereich – zum Beispiel in den Läden und Restaurants – spiegeln sich entsprechend positiv in der Wirtschaftsbilanz 2010 wider: Die Gesamterlöse erreichten nach den vorläufigen Berechnungen den neuen Rekordwert von 850 Millionen Euro. Dies sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Unter Einbeziehung der Beteiligungsunternehmen wurden konzernweit sogar 1,1 Milliarden Euro umgesetzt. Der Jahresüberschuss von 125 Millionen Euro fließt in vollem Umfang in die Tilgung der „Altzinsen“ der Gesellschafterdarlehen und kommt damit den FMG-Anteilseignern, also dem Freistaat Bayern, der Bundesrepublik Deutschland sowie der Stadt München zugute. Damit hat die FMG sämtliche noch offenen Zinsen aus den Gesellschafterdarlehen beglichen.

Passkontrolle Abflug C Foto: Dr. Werner Hennies Copyright: FMG

Eine wegweisende konzernpolitische Weichenstellung im Jahr 2010 war für Flughafenchef Kerkloh die erfolgreiche Neustrukturierung des Ground-Handling-Bereichs. Die hohen Verluste im Bodenverkehrsdienst, die durch die Marktöffnung für private Abfertigungsfirmen in diesem Geschäftsfeld entstanden waren, hatten die FMG in den vergangenen Jahren erheblich belastet. Durch die Auslagerung des Ground-Handling-Geschäftes in ein hundertprozentiges Tochterunternehmen mit konkurrenzfähiger Tarifstruktur hat der Bodenverkehrsdienst seit Anfang Januar wieder eine Zukunftsperspektive: „Mit der neu aufgestellten Tochtergesellschaft AeroGround sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass aus dem lange Zeit defizitären Geschäftsbereich wieder ein wirtschaftlicher Aktivposten für den FMG-Konzern wird“, erklärte Kerkloh.

Dank der erfreulichen Verkehrsentwicklung blickt Kerkloh zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2011: „Wir erwarten sowohl beim Passagier- und Frachtaufkommen als auch im Hinblick auf die Anzahl der Starts und Landungen deutliche Zuwächse.“ Um die Voraussetzungen für eine langfristige Fortsetzung des Verkehrswachstums zu schaffen, will die FMG ihre strategischen Ausbauvorhaben konsequent vorantreiben. So soll noch in diesem Jahr mit dem Bau eines Satelliten für das Terminal 2 begonnen werden, der eine zusätzliche Abfertigungskapazität für 11 Millionen Fluggäste bietet. Dringend notwendig ist für Kerkloh angesichts der in den Spitzenzeiten immer gravierender werdenden Engpässe die zügige Realisierung der dritten Start- und Landebahn: „Eine nachhaltige und langfristige Wachstumsperspektive hat der Flughafen München nur durch den geplanten Ausbau des Bahnsystems“.

Bitte beachten Sie, dass die Wirtschaftsergebnisse 2010 vorläufig sind!

Quelle: Pressemitteilung Flughafen München GmbH

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