Flughafen Frankfurt: Ergebnisse der NORAH-Studie sind da

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Foto: Bildarchiv Fraport

Der Einfluss von Fluglärm auf die Lesefähigkeiten von Kindern ist messbar, aber insgesamt vergleichsweise gering. Deutlich stärker wirken andere Faktoren, wie beispielsweise sozioökonomische Einflüsse oder unterrichtliche Rahmenbedingungen. Das ist ein Ergebnis des heute in Frankfurt vorgestellten Moduls III der sogenannten NORAH-Studie („Noise-Related Annoyance, Cognition, and Health“).

Weiterhin zeigt die Studie, dass Fluglärm keine Auswirkungen auf die Ausprägung sogenannter Vorläuferfähigkeiten wie etwa das Verstehen von Worten oder das Hören von Silben hat. Ein geringer Einfluss lässt sich laut Studie auf die Leseleistung von Grundschulkindern feststellen. Im Zuge der Studie gaben Eltern zwar leicht erhöhte Medikamentenverordnungen und Sprech- bzw. Sprachstörungen in stärker von Fluglärm betroffenen Gebieten an. Die Werte liegen jedoch unter dem Bundesdurchschnitt, wie sie in anderen Studien namhafter Institute ermittelt wurden. Ferner zeigt die NORAH-Studie keine Ursache-Wirkungs-Beziehung zum Fluglärm auf.

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Insgesamt wird die gesundheitsbezogene Lebensqualität und das Wohlbefinden von Kindern und Eltern in der Region als hoch eingeschätzt.

„Die ersten Ergebnisse der NORAH-Studie bestätigen, wie wichtig und richtig unser starkes Engagement beim Lärmschutz ist“, sagte Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, zur Veröffentlichung der Ergebnisse des sogenannten Kindermoduls der NORAH-Studie. „Mein persönlicher Dank gilt den Kindern, Eltern und Lehrkräften, die sich mit großem Einsatz an der Studie beteiligt haben und natürlich auch Frau Professor Klatte und ihrem Team. Die Ergebnisse sind für uns Ansporn, unsere Arbeit nach allen Kräften fortzusetzen. Seit Ende der Datenerhebung von NORAH im Jahr 2012 haben wir weitere große Fortschritte beim Lärmschutz gemacht, die in dieser Studie noch nicht berücksichtigt sind. Wir werden die jetzt gewonnenen Erkenntnisse genau untersuchen und gemeinsam mit allen Beteiligten prüfen, wie wir sie zur weiteren zielorientierten Ausrichtung unseres Lärmschutz-Engagements nutzen können.“

Das Design der Studie ist so angelegt, dass tatsächlich auf Fluglärm zurückzuführende Effekte mit hoher Wahrscheinlichkeit identifiziert werden konnten. Entsprechend genau sind die Ergebnisse:

• So entspricht der von der NORAH-Studie festgestellte Einfluss von Fluglärm auf die Leseleistung von Grundschulkindern einem Leserückstand von etwa einem Monat bei einem Anstieg des Fluglärms um je zehn Dezibel. Das ist gleichbedeutend mit einem Leserückstand von maximal rund zwei Monaten in den am stärksten von Fluglärm betroffenen Gebieten im Rhein-Main-Gebiet. Zum Vergleich: Der Leserückstand von Kindern aus Haushalten mit wenigen Kinderbüchern beträgt circa 3,5 Monate.

• Die Ergebnisse der NORAH-Studie bestätigten eine durchgehend hohe berichtete Lebensqualität bei Eltern und Kindern im Rhein-Main-Gebiet. Das gilt auch für Kinder in vergleichsweise höher fluglärmbelasteten Gebieten – sie bewerten ihre gesundheitliche Lebensqualität im Durchschnitt nur minimal niedriger als ihre Altersgenossen in weniger betroffenen Gebieten.

• In Gebieten mit vergleichsweise hoher Fluglärmbelastung gaben Eltern eine höhere Anzahl an diagnostizierten Sprach- und Sprechstörungen sowie Medikamentenverordnungen an. Die Studie bietet aber keinen Anhaltspunkt dafür, dass sich beides auf Fluglärm zurückführen lassen könnte – im Gegenteil erwähnten auch Eltern aus vergleichsweise gering belasteten Gebieten jeweils höhere Anzahlen bei Medikamentenverordnungen und Sprech-/Sprachstörungen als Eltern aus mittel belasteten Gebieten. Zudem hatten Studien mit vergleichbaren Fragestellungen bereits sowohl gezeigt, dass die Medikamenteneinnahmequote im gesamten Bundesgebiet deutlich über der Einnahmequote in den NORAH-Regionen liegt, als auch nachgewiesen, dass Sprach- und Sprechstörungen bei Kindern bis 14 Jahren häufiger vorkommen. Ferner unterscheiden sich die benannten Kinder in ihren Leseleistungen nicht vom Rest der Gruppe.

• Störungen des Unterrichts durch Fluglärm sind nachweisbar, wobei die seit dem Studienzeitpunkt 2012 gemachten Fortschritte beim aktiven und passiven Lärmschutz in der Studie noch nicht berücksichtigt sind.

Quelle: PM Fraport AG

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