Flughafen Frankfurt: Auftrag für neues Passagier-Transport-System zur Anbindung von Terminal 3 vergeben

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Der bekannte SkyLine – Foto: Simon Pannock

Die Fraport AG hat den ausgeschriebenen Systemanbieter-Auftrag für das neue Passagier-Transport-System (PTS) an eine Bietergemeinschaft aus Siemens, Max Bögl und Keolis vergeben. Der heute unterzeichnete Vertrag umfasst neben dem eigentlichen PTS-Zugsystem (Fahrzeuge, Steuerung, Energieversorgung) auch den Bau eines Teils des Fahrwegs sowie die komplette Fahrwegausrüstung. Das Auftragsvolumen liegt bei etwa 300 Millionen Euro für die Lieferung und die Betriebsführung von bis zu zehn Jahren. Die Vergabe des Systemanbieters ist für den gesamten PTS-Neubau wichtig, da sich zahlreiche Planungs- und Realisierungsschritte aus dem zum Einsatz kommenden System ableiten.

„Mit dem Konsortium aus Siemens, Max Bögl und Keolis haben wir einen zuverlässigen Systemanbieter am Markt ausgewählt. Die Vergabe ist ein wichtiger Meilenstein zur leistungsfähigen Anbindung von Terminal 3 an die Bestandsterminals 1 und 2 sowie den öffentlichen Verkehr am Fern- und Regionalbahnhof“, sagt Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. „Mit dem neuen Passagiertransportsystem steigern wir den Komfort für unsere Kunden und stärken die Drehkreuzfunktion des Frankfurter Flughafens nachhaltig“, so Dr. Schulte weiter, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Fraport Ausbau Süd GmbH ist, dem 100-prozentigen Fraport-Tochterunternehmen, das mit dem Ausbau rund um das neue Terminal 3 beauftragt ist.
„In unseren Val-Systemen stecken mehr als 30 Jahre Erfahrung – und ständige Weiterentwicklung. Mit einem sehr hohen Verfügbarkeitslevel liefern wir unseren Kunden ein besonders zuverlässiges Produkt“, sagt Sabrina Soussan, CEO der Division Mobility von Siemens.

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Das neue System wird zunächst aus zwölf autonom fahrenden, elektrisch betriebenen Zügen mit je zwei fest verbundenen Wagen bestehen. Es werden wie gewohnt zwei unterschiedliche Fahrgastgruppen getrennt befördert: Im öffentlich zugänglichen Abteil können alle Originärpassagiere und Schengen-Umsteiger fahren, Non-Schengen-Umsteiger werden davon getrennt transportiert. Die neuen Bahnen werden pro Monat knapp 200.000 Kilometer zurücklegen und können bis zu 4.000 Fahrgäste pro Stunde und Richtung transportieren – darunter Passagiere, deren Abholer, Flughafenbeschäftigte und auch Besucher oder Einkaufskunden. Höchstgeschwindigkeit der Bahn liegt bei etwa 80 Stundenkilometer. In Spitzenzeiten wird das System in einer Frequenz von 120 Sekunden zwischen den Stationen verkehren.

Für Mitte 2018 ist der Start der Bauarbeiten für den Fahrweg zwischen den Stationen am Terminal 1 und 2 geplant. Die Inbetriebnahme des Gesamtsystems inklusive der Stationen und einem Werkstattgebäude sollen 2023 erfolgen.

Die 5.600 Meter lange Strecke wird als zweigleisiges Trassensystem errichtet – sowohl als Hochbahn im Bereich der Terminals als auch ebenerdig im Einflugbereich der Center- und Südbahn parallel zur Autobahn A5. Mit der geplanten Inbetriebnahme des Systems werden drei Stationen angefahren. Die Station am Terminal 1 – zwischen Terminalgebäude und Sheraton-Hotel – ist ebenso ein Neubau wie die Station am Terminal 3, die zwischen Parkhaus und neuem Terminal errichtet wird. Die Station am Terminal 2 wird lediglich ausgebaut, da sie bereits beim Bau der Sky Line-Bahn 1994 für die Aufnahme zwei weiterer Gleise vorbereitet wurde.

Bereits 1994 wurde mit der Sky Line-Bahn ein von Bombardier entwickeltes Transportsystem in Betrieb genommen, das Passagiere 365 Tage im Jahr zwischen Terminal 1 und 2 befördert – fahrerlos völlig autonom. Die Sky Line-Bahn hat sich bis heute bewährt und wurde Mitte 2017 um die Station C erweitert, um den Umstieg von Transitreisenden zwischen Terminal 1 und Terminal 2 weiter zu optimieren. Für die Anbindung des neuen Terminals 3 gab es Überlegungen, die bestehende Streckenführung der Sky Line-Bahn zu verlängern. Die heutige Bahn ist jedoch auf transitreisende Fluggäste ausgerichtet. Damit auch Anreisende mit der Bahn problemlos das neue PTS zum Terminal 3 nutzen können und keine Kapazitätsprobleme entstehen, wurde nach umfassender Prüfung die Option gewählt, ein paralleles Transportsystem mit komplett neuer Streckenführung zu realisieren. Reisende vom Fern- und Regionalbahnhof können nach der Inbetriebnahme bequem über die neue Haltestelle vor Terminal 1 einsteigen und Richtung Terminal 3 fahren.

Quelle: PM Fraport AG

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