Flughafen Düsseldorf baut Ground Handling-Tochter um

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Düsseldorf International aus der Vogelperspektive Foto: Düsseldorf International

Der Flughafen Düsseldorf muss in den kommenden zwei Jahren seine für die Bodenabfertigung verantwortliche Tochtergesellschaft Flughafen Düsseldorf Ground Handling GmbH (FDGHG) umbauen. Ziel ist es, das Unternehmen kleiner, effizienter und profitabel am Markt zu positionieren, nachdem es in den vergangenen Jahren zum Teil  erhebliche Verluste erwirtschaftet hat. Die kürzlich erfolgte Kündigung des Abfertigungsvertrages durch den Großkunden Air Berlin zu Ende 2013 hat die Situation der FDGHG weiter verschlechtert.

„Unsere Tochtergesellschaft FDGHG liefert traditionell eine sehr gute Qualität ab. Sie ist allerdings im liberalisierten Bodenverkehrsdienst auf Grund ihrer Kostenstruktur nicht konkurrenzfähig. Die Verluste haben in den vergangenen Jahren auf Grund des massiven Preis- und  Wettbewerbsdrucks stark zugenommen“, erklärte Thomas Schnalke, Aufsichtsratsvorsitzender der FDGHG und Geschäftsführer der Flughafen Düsseldorf GmbH. „Verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel der Kostenreduktion und Flexibilisierung, darunter auch zahlreiche Angebote an den Gemeinschaftsbetriebsrat, haben nicht den notwendigen Erfolg  gebracht. Da die FDGHG in ihrer jetzigen Struktur ihre Leistungen nicht kostendeckend in dem hart umkämpften Markt anbieten kann, erfolgte die Kündigung des Air Berlin Abfertigungsvertrages. Ziel der kommenden Monate ist es nun, der FDGHG – wenn auch als kleinerem Unternehmen – eine Zukunftschance zu geben.“ Schnalke führte weiter aus, dass kostendeckende Verträge fortgeführt werden sollen. Auch werde man sich weiter aktiv um die Abfertigung neuer Carrier bemühen, sofern diese Verträge kostendeckend seien.

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Christoph Blume, Sprecher der Konzern-Geschäftsführung, erklärte in seiner Funktion als Arbeitsdirektor: „Wir werden unserer Verantwortung für unsere Mitarbeiter nachkommen und den mittelfristig notwendigen Personalabbau sozialverträglich gestalten.“ Blume weiter: „Über den Umfang des Personalabbaus können wir uns erst nach Abschluss der Gespräche mit Air Berlin sowie den darauf folgenden Gesprächen mit der Gewerkschaft ver.di und dem Gemeinschaftsbetriebsrat äußern, die in den kommenden Tagen und Wochen stattfinden werden. Wir sehen aktuell gute Chancen, langfristig zumindest Teile der Abfertigungsleistungen für die Air Berlin bei der FDGHG zu belassen.“ Über diese Entwicklung wurden Betriebsrat und Mitarbeiter bereits in verschiedenen Informationsveranstaltungen unterrichtet.

Zum Hintergrund:

Im seit 1999 liberalisierten Markt der Bodenverkehrsdienste, die unter anderem für die Be- und Entladung von Flugzeugen, den Bus-Transfers zwischen Terminal und Flugzeug oder auch für die Enteisung verantwortlich sind, herrscht seit vielen Jahren ein hoher Preis- und Wettbewerbsdruck. Am Flughafen Düsseldorf bietet neben der FDGHG ein zweiter Anbieter seine Dienstleistungen an. Auf Grund einer anderen Personalkostenstruktur gelingt dem Mitbewerber dies zu deutlich geringeren Preisen. Die Airlines können sich im Zuge der Liberalisierung ihren Abfertiger frei wählen. Vor dem Hintergrund der deutlich höheren Personalkostenstruktur war es der FDGHG nicht möglich, für die Fortführung des Air Berlin-Abfertigungsvertrages über 2013 hinaus ein wirtschaftlich konkurrenzfähiges Angebot abzugeben.

Die Geschäftsführung führte über mehrere Jahre intensive Gespräche mit dem Betriebsrat mit dem Ziel, den Bestand einer wettbewerbsfähigen FDGHG und mit ihr die Arbeitsplätze der rund 800 Mitarbeiter nachhaltig zu sichern. Allerdings war trotz weitreichender Zugeständnisse der Konzern-Geschäftsführung keine Einigung möglich, die zu einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur geführt hätte.

Die Flughafen Düsseldorf Ground Handling GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Flughafen Düsseldorf GmbH. 2010 erwirtschaftete sie bei einem Jahresumsatz von 66 Mio. Euro einen Verlust von 5,3 Mio. Euro. Für 2011 sind rund zehn Mio. Euro Verlust prognostiziert.

Hintergrund:

Start u. Landung Flughafen Düsseldorf Foto: Bildarchiv Flughafen Düsseldorf

Der Flughafen Düsseldorf International ist mit  rund 19 Millionen Passagieren im Jahr der größte Flughafen Nordrhein-Westfalens und die Nummer drei in Deutschland. 70 Fluggesellschaften starten von hier zu 180 Zielen weltweit. In einer der wirtschaftsstärksten Regionen Europas mit 18 Millionen Einwohnern in einem Umkreis von 100 Kilometern gelegen, hat Düsseldorf International eine herausragende Bedeutung für die Erfüllung der Mobilitätsbedürfnisse der Bürger und der Wirtschaft in NRW sowie der südöstlichen Niederlande. Darüber hinaus gibt der Flughafen als größte Arbeitsstätte in Düsseldorf mit rund 18.200 Arbeitsplätzen erhebliche Beschäftigungsimpulse für das Land.

 

 

Quelle: PM Flughafen Düsseldorf GmbH; Unternehmenskommunikation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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