Flughafen Bremen: Erneuerung der Start- und Landebahn

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City Airport Bremen bei Nacht Foto: Airport Bremen

In einem Großprojekt wird der Flughafen Bremen innerhalb eines Zeitraums von nur 96 Betriebsstunden seine 2.034 Meter lange und 45 Meter breite Start- und Landebahn erneuern. Gleichzeitig wird auch die „Befeuerung“ – die sich im Start- und Landebahnbereich befindlichen Lampen − ausgetauscht.

Die Start- und Landebahn in Bremen ist zuletzt im Jahr 1990 teilerneuert worden, weshalb die Arbeiten dringend notwendig sind. Denn durch die ständige Nutzung der Start- und Landebahn und den natürlichen Alterungsprozess sind, wie im Straßenbau auch, regelmäßige Erneuerungsarbeiten notwendig, um den sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten. Die Oberflächen der Start- und Landebahn müssen bei den verschiedensten Wetterverhältnissen einen guten Reibungswiderstand aufweisen und frei von Unregelmäßigkeiten sein, um den sicheren Ablauf der Flugbewegungen zu ermöglichen − insbesondere auch für die Schwerlastverkehre von Airbus (150 Tonnen Startgewicht des „Beluga“).

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Zur Gewährleistung eines technisch optimalen Bauablaufs bei der Erneuerung ist eine temporäre Schließung der Start- und Landebahn vom 6. August 2012, bis zum 11. August 2012 notwendig − dieses sind die verkehrsärmsten Augusttage am Flughafen Bremen.

Dadurch können alle erforderlichen Arbeiten ohne Unterbrechungen realisiert werden. Der Flugbetrieb wird dann planmäßig am 12. August 2012 ab 06:00 Uhr wieder aufgenommen. Bei einer durchgängigen Ausführung (Tag- und Nachtarbeit) wird es eine temporäre Schließung von sechs Tagen geben. In dieser Zeit werden die Arbeiten durch genau koordinierte Arbeitsabläufe im Dreischichtbetrieb konzentriert durchgeführt.
Die Gesamtbaukosten belaufen sich insgesamt auf ca. 5,6 Mio. Euro.

Die Baumaßnahme wird voraussichtlich ca. 450 Flugbewegungen und rund 39.000 Passagiere beeinflussen. Fluggesellschaften, Reiseveranstalter und Systempartner sind vom Flughafen rechtzeitig Ende vergangenen Jahres über die Bauarbeiten informiert worden. Sie werden in dieser Zeit auf nahe gelegene Airports ausweichen. Zu Beginn der Woche wurde die luftfahrttechnische Information der Flugsicherung an die Fluggesellschaften gegeben.

Alternativ ist ebenfalls geprüft worden, nur in den Nachtstunden zu bauen und den Flugbetrieb tagsüber aufrechtzuerhalten. Dies hätte jedoch drei Monate nächtliche Bauzeit bedeutet und wäre um 1,5 Millionen Euro teurer geworden. Die Erneuerung der Start- und Landebahn am Stück, d.h. innerhalb der 96 Betriebsstunden, spart Instandhaltungskosten und erhöht die Qualität.

Die Bauarbeiten beinhalten die Maßnahmen für den Tiefbau sowie die technische Ausrüstung. Bei der Erneuerung der Oberflächenbefestigung der Start- und Landebahn werden unter anderem Maßnahmen wie das Abfräsen der Asphaltschichten von ca. 12 cm, die Verlegung der Kabelleerrohre, der Einbau der Asphaltbinder- und Asphaltdeckschicht sowie Markierungsarbeiten und Vermessung durchgeführt.
Darüber hinaus werden die Mittellinien- und Aufsetzzonenbefeuerung erneuert.
Während der Bauzeit werden voraussichtlich folgende Massen umgesetzt:
ca. 27.000 Tonnen Fräsgut,
ca. 6.800 Meter Kabelschutzrohre,
ca. 93.000 Quadratmeter Asphaltbewehrung,
ca. 28.000 Tonnen Asphaltmaterial,
ca. 500 Stück Befeuerungslampen,
ca. 9.300 Quadratmeter Markierungsarbeiten.

Im Vor- und Nachlauf der temporären Schließung werden vorbereitende Maßnahmen und Nacharbeiten, die vorrangig die Befeuerung betreffen, durchgeführt. Diese finden nachts statt, so dass es zu keinen Auswirkungen auf den Flugbetrieb kommt.
Für die Ausführung der Erneuerungsarbeiten konnte ein renommierter und erfahrener Partner gewonnen werden: Als externer Fachplaner betreut das Ingenieurbüro A.C.E. – Airport Consulting Engineers den Flughafen Bremen. Die A.C.E GmbH hat deutschlandweit als Ingenieurbüro für Flughafenplanung bereits diverse Projekte dieser Art verwirklicht.

Hintergrund – Start- und Landebahn
Die Start- und Landebahn des Flughafens besteht aus einem Mittelteil von 2.034 Metern Länge sowie zwei 300 Meter langen Startbahnköpfen (für Airbus) mit einem Asphaltoberbau. Die ursprünglich ca. 650 Meter lange Betonpiste aus dem Jahr 1937 wurde 1939 nach Westen um rund 600 Meter und 1949 nach Osten um 575 Meter verlängert. Gemeinsames Merkmal der drei im Verlaufe der Zeit entstandenen Bahnverlängerungen ist die Ausführung mit Betonplatten in einer Dicke von 24 Zentimetern. Im Osten wurde 1949 zudem ein 210 Meter langer Startbahnkopf mit 30 Zentimetern Beton auf 35 Zentimetern Sand angebaut. Unter den Betonplatten wurde in den mittleren 650 Metern eine Sandasphaltschicht mit 10 Zentimetern Dicke eingebaut. In den übrigen Bereichen besteht die plattenunterliegende Schicht aus 30 bis 35 Zentimetern Sand. In den Jahren 1963, 1966, 1971, 1980 und zuletzt 1990 wurden bituminöse Verstärkungen (verschiedene Asphaltschichten) aufgebracht, die sich im Mittel auf eine Dicke von 40 Zentimeter summieren. Damit hat die Start- und Landebahn ein massives Gesamtpaket von ca. 70 Zentimetern zuzüglich des Unterbaus.

Quelle: PM Flughafen Bremen

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