Elektro-Flugzeuge und andere Zukunftstechnologien

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Foto: Simon Pannock

In der Automobilbranche ist gerade jeder Hersteller daran interessiert, seine Produkte zukunftsfähig zu machen – sprich: auf Treibstoff zu verzichten und stattdessen auf Elektroantrieb zu setzen. Auch in die Luftfahrt hält die revolutionäre Antriebsmöglichkeit immer mehr Einzug. Und dabei ist nicht die Rede von verhältnismäßig kleinen Drohnen, die mittlerweile sogar genutzt werden, um Leben zu retten. Nein, auch Passagierflugzeuge sollen bald mit Strom fliegen. Und es gibt noch weitere Visionen von der Luftfahrt der Zukunft, die demnächst Realität werden könnten.

Voll elektronisch und hybrid
Die EU fordert, dass die zivile Luftfahrt bis zum Jahr 2050 so wenig CO2 freisetzt, dass es nur eine Alternative geben kann: der komplette Umstieg auf kerosinfreie Flugzeuge innerhalb Europas. Deshalb experimentieren verschiedene Firmen schon seit einer Weile mit elektrisch angetriebenen Flugzeugen. Zwar sind diese noch verhältnismäßig klein, ihre Größe soll sich aber im Laufe der kommenden Jahre immer weiter steigern. Airbus zum Beispiel hat 2014 zum ersten Mal den E-Fan fliegen lassen – ein zweisitziges Elektroflugzeug, das im Juli 2015 sogar den Ärmelkanal überquert hat. Aus der für Ende 2017 geplanten Großproduktion wurde allerdings bislang nichts, weil Airbus das Projekt auf Eis gelegt hat. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen nun auf einen Zwischenschritt: den Hybrid-Antrieb. Bei diesem hat das Flugzeug zwar einen Verbrennungsmotor, gleichzeitig aber auch Elektromotoren, die die Triebwerke antreiben. Denkbar ist, dass während des Flugs Energie aus dem Luftstrom gewonnen wird, mit der die Akkus aufgeladen werden könnten.

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Fliegen mit alternativer Energie
Im Juli 2016 stellten der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard und sein Landsmann, der Pilot André Borschberg, einen Rekord auf: Zum ersten Mal in der Geschichte der Luftfahrt ist es ihnen gelungen, die Erde mit einem Flugzeug zu umrunden, das ausschließlich von Solarenergie angetrieben wird. „Solar Impulse 2“ hieß ihr Fluggerät, an dem sie rund zehn Jahre gebaut haben. Nach gut zwei Jahren Entwicklung flog der Prototyp im Dezember 2009 zum ersten Mal, die Weltumrundung mit dem überarbeiteten Modell dauerte vom 9. März 2015 bis zum 26. Juli 2016. Angetrieben wurde das Flugzeug von vier Elektromotoren, die ihre Energie von insgesamt 17.000 Solarzellen bekamen. Weil an Bord nur der Pilot Platz hatte, haben sich Piccard und Borschberg bei den 17 Etappen abgewechselt. Doch die beiden Flugpioniere sind nicht die einzigen, die mit alternativen Energiequellen in der Luftfahrt experimentieren. Im September 2016 erhob sich am Flughafen Stuttgart die HY4 in die Luft – ein viersitziges Passagierflugzeug, das mit Wasserstoff angetrieben wird. Eine Brennstoffzelle an Bord macht aus dem geladenen Wasserstoff und dem Sauerstoff in der Luft elektrische Energie, die den Elektromotor speist. Entwickelt wurde die HY4 unter anderem von der Universität Ulm, ihre Reichweite beträgt zwischen 750 und 1.500 Kilometern. Damit ist die zugrundeliegende Technologie durchaus denkbar, wenn es um den umweltfreundlichen Flugverkehr über kürzere Distanzen geht.

Komfort an Bord
Nicht nur der Antrieb von Flugzeugen steht vor einer Revolution. Geht es nach verschiedenen Entwicklern, könnte sich auch an der Innenausstattung der Transportmittel in Zukunft einiges ändern. So bastelt das Unternehmen Spike Aerospace derzeit an einem Privatjet ohne Fenster, der den 18 Passagieren dennoch einen atemberaubenden Ausblick bietet. Der Trick ist, dass am Rumpf des Flugzeugs Kameras angebracht sind, deren Bilder auf die Wände der Kabine projiziert werden. So können die Passagiere entweder den Blick nach draußen genießen oder auf den Wänden einen Film anschauen. Die britische Fluggesellschaft Thomson Airways denkt bei ihren Weiterentwicklungen ein wenig pragmatischer und strebt an, demnächst Familiensitze in einige Flugzeuge einzubauen. Ähnlich wie im Zug können sich dann sechs Personen gegenübersitzen und einen Tisch zwischen sich für Spiele oder zum gemeinsamen Essen nutzen. Deutlich futuristischer ist da ein Konzept des Studios Factorydesign. Dieses sieht vor, dass die Sitze in der Kabine nicht mehr strikt nebeneinanderstehen. Stattdessen befinden sie sich in Kokons, die zum Teil übereinandergestapelt sind. So hat jeder Passagier seinen privaten Bereich, in dem er es sich bequem machen und in Ruhe das Bordprogramm genießen kann.

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