Airlines verärgert über Gebührenerhöhung am Flughafen Hamburg

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Das Board of Airline Representatives in Germany e.V. (BARIG), die Vertretung von mehr als 120 deutschen und internationalen Fluggesellschaften in Deutschland, zeigt sich beim heutigen Konsultationsgespräch in Hamburg enttäuscht von den Verhandlungen mit Vertretern des Flughafens Hamburg. Trotz monatelanger Gespräche zwischen BARIG, dem Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), verschiedenen Airline-Vertretern und dem norddeutschen Flughafen ist noch immer keine Lösung des Konfliktes in Sicht. BARIG Generalsekretär Michael Hoppe bezieht Stellung zum heutigen Gespräch:

Airlines lehnen überdimensionierte Ausbaupläne am Flughafen Hamburg ab
Hoppe kritisiert, dass der Flughafen Hamburg hinsichtlich der Erweiterung des Airports stark überzogene und weit über den tatsächlichen Bedarf hinausgehende Vorstellungen hat, die sich in überhöhten Gebühren niederschlagen. Denn Investitionen werden an Flughäfen durch die Nutzer finanziert, in diesem Fall durch die Fluggesellschaften, und nicht etwa durch Dritte. Deshalb müssen bei Expansionsvorhaben auch die Fluggesellschaften an den Planungen beteiligt sein, damit Erweiterungen transparent und mit genauer Bedarfsprüfung erfolgen. Nur dann kann sichergestellt werden, dass lediglich das investiert und umgesetzt wird, was wirklich notwendig ist.

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In Hamburg geht es um Investitionen in Höhe von 265 Millionen Euro in den nächsten Jahren, die nach Vorstellung des Flughafens jetzt nochmals um 350 bis 400 Millionen Euro steigen sollen. Dazu zählen zwei weitere Großprojekte, die Erweiterung von Pier Süd, die nach Meinung des Verbandes frühestens ab 22 Millionen Passagieren sinnvoll ist, und der Neubau der HAM Bag, einer neuen Gepäcksortierungs- und Speicheranlage. Ebenso bemängelt der Verband den völlig überdimensionierten geplanten Ausbau der Anzahl der Gates von derzeit 39 auf 56. „Wir sehen eine Notwendigkeit für diese umfassende Expansion erst in fünf bis zehn Jahren, wenn nicht sogar später, und wehren uns vehement dagegen, dass Airlines schon jetzt für etwas aufkommen müssen, was noch gar nicht benötigt wird“, so Hoppe. „Wir sind bereit, vernünftige und bedarfsgerechte Entwicklungen gemeinsam zu prüfen und auch über Entgelte zu sprechen. Allerdings müssen die Investitionen zielgerichtet und für die Nutzer, die dafür Entgelte entrichten, sinnvoll sein.“

Airport-Management beharrt auf überzogenen Forderungen
Der Flughafen hat bereits Mitte 2017 die Gebühren um 10,6 Prozent angehoben und will nun für 2019 eine weitere Erhöhung um 7,6 Prozent. „Das würde einem Anstieg um fast 20 Prozent in weniger als 24 Monaten entsprechen – das hat es in der Branche bislang noch nicht gegeben“, stellt Hoppe fest. Die Empörung ist auf Seiten der Verbände und Fluggesellschaften auch deshalb so groß, weil sich die Gespräche bereits sehr lange hinziehen und der Flughafen nicht wirklich von seinen Vorstellungen abrückt. „Wir haben dem Flughafen einen fairen und partnerschaftlichen Vorschlag gemacht, wie wir uns die Entwicklung des Flughafens gemeinsam und realistisch vorstellen. Dabei wollen wir auch gerne eine Vereinbarung über mehrere Jahre eingehen, um hier für alle Seiten eine vernünftige Planung und Verlässlichkeit herzustellen“, zeigt sich Hoppe weiter verhandlungsbereit.

Quelle: PM BARIG

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